"Verrückt nach ihm" Mit Toyboy und Twitter: Bridget Jones ist wieder da

Sie ist inzwischen 51 und hat zwei kleine Kinder: Bridget Jones. Helen Fielding hat ihrer Heldin in "Verrückt nach ihm" sogar ihren Mark Darcy genommen. Der Menschenrechtsanwalt ist im Sudan verunglückt und Bridget muss ihr Leben alleine auf die Reihe bringen. Und das tut sie auch - in ihrer gewohnt verrückten Art.

Die Fortsetzung der Bestseller und Kultfilme "Schokolade zum Frühstück" und "Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns" ist da: In ihrem neuen Roman "Bridget Jones - Verrückt nach ihm" (Goldmann Verlag, 512 Seiten, 14,99 Euro) lässt Helen Fielding zwar eine gealterte Bridget - sie ist jetzt immerhin 51 - auftreten, auf ihre eigene Art und Weise bleibt die Heldin aber, was sie immer war: ein liebenswerter Tollpatsch.

Mehr als zehn Jahre sind seit den ersten beiden Büchern vergangen. Bridget hat Mark Darcy geheiratet, zwei Kinder mit ihm bekommen und ihn dann verloren. Der Menschenrechtsanwalt ist im Sudan ums Leben gekommen. Vier Jahre nach diesem schrecklichen Ereignis setzt die Handlung von "Verrückt nach ihm" ein. Bridgets Clique ist der Meinung, sie habe jetzt genug getrauert. Jones ist also zurück auf Männersuche und das bedeutet: missglückte Dates, peinliche Dates und glückliche Dates mit einem Mann, der über 20 Jahre jünger ist als sie. Was sie zu Problemen führt wie: was tun, wenn die Freundin 60. Geburtstag feiert und der Toyboy am gleichen Tag 30 wird?

Aber Bridget Jones kämpft nicht nur erneut um Männerherzen, sondern auch gegen Kalorien. Dieses Mal hilft sogar eine Abnehm-Klinik - und schon sind 20 Kilo runter. Bridgets trinkfreudige Freunde, inzwischen alle ausgestattet mit tollen Jobs, geizen auch hier nicht mit guten Ratschlägen. Daniel (in den Filmen gespielt von Hugh Grant) gehört ebenfalls noch zu Bridgets Leben - er ist sogar Patenonkel ihrer beiden Kinder und spielt schon mal den Babysitter - auf seine Art und Weise. Wenn er nicht gerade auf Entzug ist, steigt er immer noch jedem Rock hinterher.

Ganz neu für Bridget ist dagegen, dass sie jetzt auch in der Schule ihrer Kinder von einem Fettnäpfchen ins nächste tritt. Vor dem attraktiven Lehrer Mr Wallaker fallen ihr Info-Broschüren über Syphilis und Durchfall aus der Tasche, die ihre kleine Tochter eingesteckt hat. Und eine der anderen Mütter wird in einer Eltern-Rundmail von Bridget schon mal als Nicorette anstatt Nicolette angesprochen. Außerdem ist Bridget unter die Drehbuchautoren gegangen - und im Filmbiz bekommt sie es mit einem Haufen komischer Menschen zu tun. Nebenschauplätze sind Twitter (wo kommen nur die Follower her und wenn sie da sind, wieso gehen sie wieder?) und ihr eher bescheidenes Talent, was Haushalt und Technik angeht.

Der größte Teil des Buches ist in knackigen, einfachen Tagebucheinträgen zusammengefasst, vorangestellt jeweils eine Tages-Statistik, der Kalorienverbrauch, Twitter-Follower, SMS von Toyboys, Läusen im Haar oder geschriebene Drehbuch-Seiten. So lassen sich auch die etwa 500 Seiten schnell lesen. Auch wenn eingefleischte Bridget-Fans ihre Heldin vielleicht nicht wieder erkennen - gute Unterhaltung ist das Buch auch so allemal.

"Der neue Roman spielt im heutigen London mit einem völlig neuen Szenario für Bridget. Und wenn die Leute beim Lesen so viel lachen wie ich beim Schreiben, ist wirklich jeder rundum glücklich!", sagt Helen Fielding selbst über das Buch. Möglicherweise wird es auch bald einen neuen "Bridget Jones"-Film dazu geben, in dem es vermutlich ein Wiedersehen mit Renée Zellweger und Hugh Grant geben wird. Colin Firth, der in den ersten beiden Filmen Mark mimte, wird wohl höchstens in Rückblenden zu sehen sein. Und schon gibt es Spekulationen, wer Toyboy Roxster spielen darf: Die Vorschläge reichen von Ryan Gosling bis "Hunger Games"-Star Sam Claflin.

 

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