Vernichtende Aussage "Er hat ein Herz wie Stein"

Schweigt zu den Vorwürfen: Gunnar D. (44). Foto: dapd

Im Prozess um den Doppelmord an der Algarve sagt die Freundin der ermordeten Georgina Z. aus. Am Angeklagten Gunnar D. lässt sie kein gutes Haar.

 

MÜNCHEN Paula F. (Name geändert, 26) hat ihre beste Freundin verloren. Denkt sie an den mutmaßlichen Mörder, wundert sie das nicht. „Er hat ein Herz wie Stein”, soll ihre Freundin über Gunnar D. (44) gesagt haben. Diese Meinung teilt die Zeugin.

Gunnar D. muss sich derzeit vor dem Schwurgericht wegen des Mordes an Georgina Z. (†30) und ihrer kleinen Tochter Alexandra (†21 Monate) verantworten. Der Münchner Techniker schweigt zu dem Vorwurf, seine Ex-Geliebte und das gemeinsame Kind getötet zu haben.

Ihre Freundin, die wie sie selber aus Angola stammt, wollte immer „eine Familie schaffen, aber das konnte er ihr nicht geben”, erinnert sich Paula F. Im Gegenteil. „Als Gina ihm sagte, dass sie schwanger sei, verschwand er aus ihrem Leben.” Zwei Jahre lang, bis ihn die Behörden in München aufspürten und mit den Unterhaltsforderungen konfrontierten.

Es sei ihrer Freundin aber nicht ums Geld gegangen. Sie wollte, dass sich der leibliche Vater des Kindes auch um das an einer Lactose-Unverträglichkeit leidende Mädchen kümmert. Alexandra musste sich häufig im Stuttgarter Kinderkrankenhaus behandeln lassen. Die Mutter fühlte sich überfordert.

Dabei gab es durchaus andere Männer in Ginas Leben, die hätten helfen können. Sie war verheiratet, trennte sich aber von ihrem Mann, als sie von Gunnar D. schwanger wurde. Auch danach wurde um ihre Gunst gebuhlt.

Gunnar D. traf sich kurz vor der Tat in Stuttgart mit der Angolanerin, die ihm drohte, dass sie alles seiner Münchner Familie erzählen würde. „Dann mach ich dich fertig”, soll er daraufhin gesagt haben. Doch Georgina Z. ließ sich nicht einschüchtern, forderte einen offiziellen Vaterschaftstest.

Plötzlich schaltete der Techniker um, lud Georgina Z. und das Kind zu einem Urlaub ein. „Das ist mir schon damals komisch vorgekommen”, sagt Paula F., „dass der ,Deutschmann’ mit meiner Freundin spontan und schnell in den Urlaub fahren wollte.” Kurz bevor der Vaterschaftstest gemacht werden sollte. Sie warnte Georgina Z., die selber große Angst hatte, und die Reise zunächst per SMS absagte. Dann fuhr sie doch.

Das Gericht hat acht weitere Verhandlungstermine angesetzt. Ein Urteil soll am 18. Juli fallen.

 

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