Verkehrskonzept zur Wiesn Deutsche Bahn fürchtet Oktoberfest-Luftballons

Ein Lichtbogen, ein Knall – ein lahmgelegter Betrieb: Metallbeschichtete Luftballons können viel Ärger machen auf einem Bahnhof. Vor allem zur Wiesnzeit werden sie eine große Herausforderung für die Deutsche Bahn. Foto: Andreas Rosar/dpa

Mehr Menschen, mehr verlorene Dinge, mehr Abfall: Die Wiesn stellt Bahn und Bahnhöfe jedes Jahr auf die Probe. Ein besonderes Problem sind jedoch Luftballons.

Ludwigsvorstadt - Metallbeschichtete Luftballons gehören zu den Dingen, um die sich das Sicherheitsteam der Deutschen Bahn und des MVV zur Wiesnzeit besonders viele Gedanken macht – die können nämlich viel Ärger machen auf einem Bahnhof. 

"Wenn so ein Ballon an die Oberleitung kommt, gibt es einen Lichtbogen, einen Knall und eine Betriebsstörung", sagt Heiko Büttner, Vorsitzender der Geschäftsleitung der S-Bahn München. Im vorigen Jahr gab es deshalb 250 Ausfälle, insgesamt 60 Verspätungsstunden. Die meisten: während der Wiesn, der Ballon-Hochzeit. Vor allem setzen die Sicherheitsmitarbeiter auf die Vernunft der Menschen und darauf, dass sie zumindest ein bisschen mitdenken – und den gerade gekauften Luftballon in Form eines Einhorns oder was auch immer am Handgelenk festbinden.

Bahn rechnet mit knapp drei Millionen zusätzlichen Fahrgästen

Natürlich geht es beim Bahn-Sicherheitskonzept fürs Oktoberfest nicht vornehmlich um Luftballons – sondern um die Menschen. Die Bahn geht von knapp drei Millionen zusätzlichen Fahrgästen aus, allein in den S-Bahnen jeden Tag 100.000 mehr als sonst. Die sollen sich wohlfühlen und gleichzeitig sicher – und an ihrem Ziel ankommen. 

Genau wie die anderen Fahrgäste: "Der Pendler auf der Stammstrecke soll morgens gar nicht merken, dass Wiesn ist", sagt Heiko Hamann, Leiter des Bahnhofsmanagements. Zusätzlich wird es darum "Unterwegsreiniger" in den Zügen geben – es fallen nämlich 30 Tonnen Abfall zusätzlich an.


Das Sicherheitsteam von Deutscher Bahn und S-Bahn stellt das Verkehrskonzept zur Wiesn vor. Foto: ape

20-Minuten-Takt bis weit nach Mitternacht

Mehr als 500 Extrazüge von S-Bahn und DB Regio werden in dieser Zeit fahren, außerdem fahren 250 S-Bahnen mehr bis zum Endbahnhof, und 1.000 Kurzzüge werden verlängert – so entsteht ein 20-Minuten-Takt bis weit nach Mitternacht. Am Hauptbahnhof gibt eine extra Gepäckstelle, das Fundbüro hat bis 21 Uhr geöffnet und die Rikschas bekommen in der Bayerstraße einen "Rikscha-Bahnhof", um das Chaos zu minimieren.

130 zusätzliche Sicherheits- und Servicekräfte wird es an Hackerbrücke und Hauptbahnhof geben, die mit der Bundespolizei die sogenannte "Reisendenlenkung" machen – und dabei helfen, die Züge abzufertigen. Und wenn man sie nett bittet, auch dabei, eine Luftballonschnur an einem Handgelenk festzubinden.

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