Auch Drogen wurden gefunden Musik-Professor wegen Vergewaltigung angeklagt

, aktualisiert am 13.07.2016 - 18:47 Uhr
Die staatliche Musikhochschule in der Arcisstraße. Ein Professor soll gezielt Sex mit Studenten und deren Freunden gesucht haben. Foto: dpa

Wieder steht die staatliche Musikhochschule im Fokus, wieder geht es um sexuelle Übergriffe eines Beamten. Ein Professor die Schwester eines Studenten mehrfach vergewaltigt haben.

München - Zwei Monate nach dem Urteil gegen den früheren Rektor der Musikhochschule, Siegfried M., hat die Staatsanwaltschaft München I nun Anklage gegen einen zweiten Professor erhoben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Komponisten (62) vor, eine Frau vergewaltigt zu haben, deren Bruder bei ihm studierte. Die Taten sollen sich 2006 und 2007 ereignet haben.

Die Frau sagte aus, dass der 62-Jährige gedroht habe, ihren Bruder von der Hochschule fliegen zu lassen, falls sie nicht mitmache. Laut Anklage soll es zu 13 gewalttätigen sexuellen Übergriffen gekommen sein. Angeklagt sind drei Fälle. Der Professor und Komponist galt unter Studentinnen offenbar als einer, der ausschweifende Sex-Abenteuer suchte. So soll es unter anderem zu Swingerclub-Besuchen mit Studentinnen gekommen sein. Bei denen sollen alle Beteiligten freiwillig mitgemacht haben.

SEK findet etliche Drogen im Haus des Verdächtigen

Die Staatsanwaltschaft hat als mögliche Zeugen 29 Studenten und Freunde benannt, von denen viele intime Beziehungen zu dem Professor gehabt haben sollen. Nachdem das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer Anzeige erstattet hatte, stürmte ein Spezialeinsatzkommando im April 2015 das Haus des Professors im Münchner Osten. Die Ermittler hatten den Verdacht, dass der Mann illegal eine Waffe und Drogen besitzt. Tatsächlich wurden Kokain, Amphetamine und eine Gaspistole gefunden.

Den Drogenbesitz hat der 62-Jährige eingeräumt – er behauptet, damit habe er die Schmerzen eines Bandscheibenvorfalls lindern wollen.

Den Vorwurf der Vergewaltigung streitet der Musik-Professor ab. Sein Verteidiger Steffen Ufer bezeichnet den Fall als "unfassbar". Die Frau und der Professor hätten mehr als ein Jahr lang ein Verhältnis gehabt. Für den Rechtsanwalt ist die Anklage der Staatsanwaltschaft eine "Vorwegnahme der neuen Gesetzgebung" zum Sexualstrafrecht. "Die Frau hat vielleicht ein ,inneres Nein’ empfunden, aber sie hat es nicht erkennbar zum Ausdruck gebracht", sagte er zur AZ.

Gegen den Professor läuft derzeit auch ein Disziplinarverfahren, zur Zeit ist er von seiner Lehrtätigkeit freigestellt. Die Familie und Unterstützer des Professors sind der Überzeugung, dass der 62-Jährige zu Unrecht beschuldigt wird. Sie glauben vielmehr an einen Racheakt eines Kollegen. Er soll die Frau dazu gebracht haben, ihn anzuzeigen.

 

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