Verfassungsschutz beobachtet Entwicklung "Soldiers of Odin": Neue rechtsextreme "Nachbarschaftshilfe"

Autorenprofil Ruth Schormann
"Soldiers of Odin" ziehen durch München. Auffallend: Sie tragen gern die bei Rechtsextremisten beliebte Farbkombi Schwarz-Weiß-Rot. Foto: imago

Sie nennen sich Soldaten Odins und wollen "bedürftige Mitbürger" schützen. Harmlos ist diese neue Gruppierung nicht, weiß Markus Schäfert vom Bayerischen Verfassungsschutz. Wer dahinter steckt.

 

München - Ein Wikinger, vermummt mit einer Deutschlandfahne, prangt auf den schwarzen Jacken der "Soldiers of Odin". Gegründet 2015 in Finnland, gibt es nun immer mehr Ableger der Gruppe - auch in Bayern.

Durch Pasing sind sie schon gezogen, auch in Augsburg, Donauwörth, Würzburg und Regensburg haben sie einen, wie sie es nennen, "Spaziergang" gemacht. "Darunter ist auch eine Person, die bereits als Aktivist bei Veranstaltungen der vom Bayerischen Landesamt für Verfassungsschutz beobachteten Gruppierung Pegida-München in Erscheinung getreten ist", sagt Markus Schäfert vom Verfassungsschutz der AZ .

Verfassungsschutz empfiehlt: Nicht auf Diskussionen einlassen

Über Straftaten der Gruppe sei bisher nichts bekannt, sagt Schäfert. Er empfiehlt Menschen, die den "Soldiers of Odin" begegnen, sich nicht auf Diskussionen einzulassen und Konfrontationen zu meiden.

Auf Facebook sind die Mitglieder ebenfalls sehr aktiv. Sie teilen Wikinger-Hotel-Werbung, Vermisstenmeldungen und Fahndungsaufrufe nach Personen mit Migrationshintergrund. "Dadurch werden Ängste geschürt und verstärkt", sagt Schäfert. Sie nennen sich "Nachbarschaftshilfe" und distanzieren sich davon, rassistisch zu sein. "Faktisch betätigt sich die Gruppierung jedoch wie eine Bürgerwehr", erklärt Schäfert.

Und sie werben um neue Anhänger unter dem Deckmantel einer "Nachbarschaftshilfe", die "bedürftigen Mitbürgern" helfen will. Dahinter stecken viele, die dem Verfassungsschutz gut bekannt sind - aus rechtsextremen Strukturen.

"Das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz schaut genau auf die Entwicklung der Gruppierung und prüft laufend, ob sich hinreichend gewichtige tatsächliche Anhaltspunkte für extremistische Bestrebungen ergeben", betont Schäfert.

 

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