Verfassungsreferendum Anschlag in Ägyptens Hauptstadt Kairo

Ein Ägypter wirft seinen Stimmzettel in die Wahlurne. Foto: Khaled Elfiqi/dpa

Kurz vor Beginn des zweitägigen Verfassungsreferendums in Ägypten ist am Dienstagmorgen vor einem Gerichtsgebäude in Kairo eine Bombe explodiert.

 

Kairo – Bei dem Anschlag entstand nur Sachschaden, bestätigte ein Polizeisprecher. Menschen wurden demnach nicht verletzt.

52,7 Millionen wahlberechtigte Bürger sind an diesem Dienstag und Mittwoch aufgerufen, über den vom Militär unterstützten Verfassungsentwurf abzustimmen.

Das Dokument beinhaltet mehr Rechte für die Bürger, privilegiert aber auch das ohnehin mächtige Militär und den Staatsapparat, wie Menschenrechtsaktivisten kritisieren.

Die Wahllokale sind an beiden Tagen jeweils zwischen 08.00 und 20.00 Uhr (MEZ) geöffnet.

Die Ergebnisse sollen innerhalb von 72 Stunden nach Ende des Votums bekanntgemacht werden, hieß es vonseiten der Wahlkommission. Allgemein wird mit einer klaren Annahme der Verfassung durch die Bürger gerechnet.

Die islamistische Muslimbruderschaft, die im Vorjahr vom Militär aus ihren Machtpositionen im Staat entfernt worden war, hat ihre Anhänger zum Boykott des Referendums aufgerufen. Wahlwerbung für ein „Nein“ zur Verfassung war praktisch nicht möglich. Mehrere Aktivisten einer kleineren, gemäßigt-islamischen Partei wurden deswegen verhaftet.

In den Straßen von Kairo hingen zahllose Plakate mit dem Slogan „Ja zur Verfassung, nein zum Terrorismus“.

Die Führung des Landes beschuldigt die Muslimbruderschaft, hinter den Anschlägen zu stecken, die seit ihrer Entmachtung zugenommen haben.

 

0 Kommentare