Verdi lässt wieder streiken Wanrstreik:Tausende öffentlich Bedienstete in Bayern legen Arbeit nieder

Wie hier in München, legten vielerorts in Bayern tausende öffentlich Bedienstste die Arbeit nieder und demonstrierten für mehr Lohn. Foto: Gregor Feindt

Verdi verschärft die Warnstreiks im öffentlichen Dienst. Die Arbeitgeber reagieren verständnislos und rechnen mit einem schnellen Abschluss.

 

München – Tausende Beschäftigte im öffentlichen Dienst in Bayern haben am Mittwoch die Arbeit niedergelegt. Sie folgten damit einem Aufruf der Gewerkschaft Verdi zu einem Warnstreik. Zahlreiche Kitas blieben geschlossen, Mülltonnen wurden nicht geleert, in Krankenhäusern wurden Notdienste organisiert. Nicht betroffen war dagegen der öffentliche Nahverkehr. Die öffentlichen Arbeitgeber kritisierten die Warnstreiks vehement.

Schwerpunkt waren die Großräume München und Nürnberg. Auch in den umliegenden Landkreisen standen Eltern zumeist vor geschlossenen Kitas. Allein in und um München schätzte Verdi-Bezirkschef Heinrich Birner die Zahl der Streikenden auf mindestens 4000. Ebenso viele sollen es in der Region Nürnberg sein. Genaue Zahlen wollte die Gewerkschaft im Laufe des Tages bekanntgeben. In Unterfranken lagen die Schwerpunkte in Würzburg und Aschaffenburg mit 800 Beschäftigten, sagte Verdi-Regionalgeschäftsführer Reinhold Schömig.

„Wir streiken, weil wir es uns wert sind“, sagte eine Kita-Betreuerin in München. Es gehe ihr dabei weniger um die Geldforderung der Gewerkschaft von 100 Euro plus 3,5 Prozent mehr Einkommen, sondern um Anerkennung und Wertschätzung. Ein streikender Müllwerker sagte, es sei immer schwieriger, in einer teuren Stadt wie München über die Runden zu kommen. Aufrufe, „den Gürtel enger zu schnallen“, machten ihn angesichts der jüngsten Diätenerhöhung im Bundestag wütend.

Am Mittag versammelten sich die Streikenden zu Kundgebungen in München und Nürnberg. Verdi hatte im Münchner Gewerkschaftshaus nahe dem Hauptbahnhof Streiklokale eingerichtet, in denen sich die Beschäftigten zum Streik registrieren lassen. Sprecher der Gewerkschaft erwarteten für jede der beiden Demonstrationen mindestens 6000 Teilnehmer.

Die öffentlichen Arbeitgeber kritisierten die Warnstreiks vehement. Eine Sprecherin der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber (VKA) nannte sie „vollkommen überzogen“. VKA-Präsident Thomas Böhle erklärte, die bisherigen Verhandlungstage seien „sehr konstruktiv und ergebnisorientiert“ verlaufen. Er halte es weiter für möglich, bei der nächsten Verhandlungsrunde kommenden Montag und Dienstag zu einem Ergebnis zu kommen.

Verdi plant gleichwohl, die Warnstreiks morgen noch einmal zu verschärfen. Für Donnerstag hat sie die Mitarbeiter an Flughäfen - darunter auch in München – dazu aufgerufen, die Arbeit niederzulegen.

 

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