Veranstaltung in Neuhausen Deutsche Literatur im Iran

Der iranische Übersetzer S. Mahmoud Hosseini Zad Foto: dpa, Candy Welz

Der iranische Übersetzer und Autor S. Mahmoud Hosseini Zad hält Mitte September einen Vortrag mit Diskussion in der Zentrale des Goethe-Instituts.

 

Neuhausen - Welche Bedingungen herrschen im Iran für deutschsprachige Literatur? Welche Rolle spielt Zensur dabei und inwieweit wird schon im Übersetzungsprozess Zensur ausgeübt, damit ein Buch überhaupt veröffentlicht werden kann? Und wie sind die Reaktionen der iranischen Leser?

Fragen wie diese beantwortet S. Mahmoud Hosseini Zad. Er ist der bedeutendste Übersetzer zeitgenössischer deutschsprachiger Literatur ins Persische. Er übertrug Brecht ebenso wie Romane von Dürrenmatt. Seit 2000 übersetzt Hosseini Zad hauptsächlich zeitgenössische deutsche Literatur: Nicht zuletzt aufgrund seines Engagements sind Autoren wie Judith Hermann, lngo Schulze, Uwe Timm, Peter Stamm und Julia Franck den iranischen Lesern zugänglich. Viele seiner Übersetzungen wurden bereits mit Preisen ausgezeichnet und mehrfach aufgelegt.

In Vorträgen und Lesungen setzt er sich auch als Vermittler der deutschsprachigen Film- und Theaterszene der Gegenwart ein. Für sein bemerkenswertes Engagement hat das Goethe-Institut ihm die Goethe-Medaille 2013 verliehen.

Als 20-Jähriger war der 1946 geborene Iraner zum Politikstudium nach München gekommen. Zurück in Iran arbeitete er zunächst als Übersetzer im Auslandsdienst der staatlichen Rundfunkgesellschaft des Iran, IRIB. In der Folge war er Dozent für deutsche Sprache und Literatur an der Universität Teheran, an der Azad Universität und an der Universität für Dozentenbildung Tarbiat Modarres.

Während seines Studiums übertrug er Werke von Brecht ins Persische ebenso wie Romane von Dürrenmatt, darunter "Der Richter und sein Henker" (1991) und "Der Verdacht" (2006). Seine Übersetzungen zeitgenössischer deutschsprachiger Literatur wie "Am Beispiel meines Bruders" von Uwe Timm (2009) und "Alice" von Judith Hermann (2010) wurden mehrfach ausgezeichnet. In den Jahren um die Islamische Revolution schrieb er zwei Theaterstücke, die ebenfalls ausgezeichnet wurden. Im Jahr 2013 erscheint sein Erzählband Asseman, "kippe abr" (Der Himmel, voller Wolken).

Moderator der Veranstaltung ist Bernd Zabel. Karim Tagharobi gestaltet das musikalische Rahmenprogramm.

Wann? Freitag, 13. September, 19 Uhr

Wo? Zentrale des Goethe-Instituts, Hilmar-Hoffmann-Saal, Dachauer Straße 122

 

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