Vatikan widerspricht Bruder Wie schlecht steht es um Papst Benedikt XVI wirklich?

Der emeritierte Papst Benedikt XVI (l) und sein Bruder Georg im Frühjahr 2017. Mittlerweile macht sich Georg große Sorgen um Joseph. Foto: dpa

Die Gläubigen sorgen sich um ihr einstiges Oberhaupt: Der emeritierte Papst Benedikt XVI gesteht, die "körperlichen Kräfte schwinden", sein Bruder fürchtet "es kann schnell vorbei sein". Der Vatikan widerspricht.

 

Es ist fast auf den Tag genau fünf Jahre her, dass Joseph Aloisius Ratzinger auf sein Amt als Papst Benedikt XVI verzichtete. Aus gesundheitlichen Gründen zog sich der erste deutsche Papst seit 500 Jahren zurück. Er sei nicht mehr stark genug, "um in angemessener Weise den Petrusdienst auszuüben", sagte er damals. Seitdem war es um Benedikt ruhig geworden, nur noch selten trat der emeritierte Papst öffentlich in Erscheinung.

Letzte Woche vertraute sich Benedikt dann in einem Brief einem Reporter der italienischen Zeitung Corriere della Sera an: "Ich kann dazu nur sagen, dass ich mich, während meine körperlichen Kräfte langsam schwinden, innerlich auf einer Pilgerreise nach Hause befinde." Er sprach davon, dass er sich im "letzten Zeitabschnitt meines Lebens" befinde.

"Mein Bruder und ich werden immer weniger. Immer schwächer."

In zwei Monaten steht der 91. Geburtstag von Benedictus an, doch sein eigener Bruder, Georg Ratzinger (94), äußerte sich jetzt besorgt über die Gesundheit des ehemaligen Präfekts der Glaubenskongregation. Noch im Oktober betonte Ratzinger: "Meinem Bruder geht es gut." Nun sagte der Papst-Bruder allerdings im Interview mit der Zeitschrift Neue Post: "Mein Bruder und ich werden immer weniger. Immer schwächer." Sein Bruder leide an einer "Nervenkrankheit, die ihn sehr belastet. Die größte Sorge ist, dass die Lähmung irgendwann aufs Herz gehen könnte. Und dann kann es schnell vorbei sein." Er bete für "eine gute Sterbestunde" für sich und seinen Bruder.

Christen auf der ganzen Welt reagierten schockiert auf die Aussagen von Georg Ratzinger, große Sorge und Anteilnahme wiederfuhren dem emeritierten Papst aus unzähligen Ländern. Nur wenige Stunden nach der Veröffentlichung des Interviews reagierte daher der Vatikan und bemühte sich, die Sorgen zu zerstreuen: "Die angeblichen Berichte über eine lähmende oder degenerative Krankheit sind falsch", so das vatikanische Presseamt. Es sei keine Nervenkrankheit, sondern die normale Gebrechlichkeit des Alters, die den Papst belastet.

Wie es tatsächlich um Benedikt XVI steht, bleibt nach diesen widersprüchlichen Aussagen unklar. Doch dass sich die Gläubigen so um sein Wohlbefinden sorgen, rührt den Papst, wie er letzte Woche schrieb: "Es ist eine große Gnade für mich, auf diesem letzten, bisweilen anstrengenden Wegstück von einer Liebe und Güte umgeben zu sein, die ich mir nicht hätte vorstellen können."

 

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