Vater des "Musikantenstadl" Tod von Karl Moik: Vom Werkzeugmacher zum "Stadl"-König

Karl Moik schrieb mit dem "Musikantenstadl" TV-Geschichte Foto: ddp images

Fans trauern um Karl Moik: Der österreichische Entertainer und Erfinder des "Musikantenstadl" ist im Alter von 76 Jahren in einer Klinik in Salzburg verstorben. Ein Nachruf auf die umstrittene Ikone der Volksmusik.

 

Als der Vater des "Musikantenstadl" am Donnerstagmorgen an der Seite seiner Frau verstorben ist, war der Himmel über der Salzburger Klinik wolkenverhangen. Dabei scheint die Geschichte des Karl Moik (1938-2015) eine weiß-blaue zu sein, eine, in der viel getanzt, gesungen und gelacht wurde. Die Schunkel-Laune, die er in seiner Volksmusik-Show verbreitete, hat nicht allen, aber erstaunlich vielen gefallen: Die Sendung auf ARD und ORF hatte zu seiner Zeit als Moderator in Deutschland, Österreich und der Schweiz durchschnittlich rund 20 Millionen Zuschauer. Nach Skandalen um fremdenfeindliche Äußerungen und Beleidigungen von Gästen hatte Moik zuletzt auch weit über das Thema Musikgeschmack hinaus polarisiert.

"Ich bin der Stadl"

Von der Erstausstrahlung am 5. März 1981 bis zum "Silvester-Stadl" am 31.12.2005 war die Live-Show in der Hand ihres Erfinders aus Linz, der zu sagen pflegte: "Ich bin der Stadl". Es war kein Geheimnis, dass Moik seine Rolle als "König der Volksmusik" absolutistisch verstand und ein strenges Regiment führte. "Ich habe nichts geschenkt bekommen" lautet der Titel seiner 1997 erschienenen Autobiographie, und lässt vermuten, dass der im Krieg geborene, gelernte Werkzeugmacher einen steinigen Weg zurückgelegt hat, bevor er in der heilen Show-Welt als freundlicher "Stadl"-Onkel zum Sinnbild volkstümlicher Gemütlichkeit wurde.

Ein Jolly Austrian mit schweren Gesundheitsproblemen

Ehe er mit dieser, seiner Unterhaltungssendung zu entsprechendem Wohlstand kam, arbeitete Moik als Vertreter von Kopiergeräten und Fernsehantennen, tingelte als Mitglied der Band Jolly Austrians durch die Lande, spielte Klavier und Akkordeon, absolvierte eine Sprechausbildung und verdingte sich als Stadionsprecher und Rundfunkmoderator. 1964 heiratete er seine Frau Edith, mit der er einen Sohn und eine Tochter hat. Ein gutbürgerliches Leben. Doch für Moiks Gesundheit war es trotzdem nicht solide genug: Seit 2004 erlitt er mehrere Herzattacken, einmal auch mit anschließendem Koma, bekam schon früh drei Bypässe gesetzt und war zuletzt vor drei Wochen wegen Nierenproblemen in die Klinik eingewiesen worden, in der er im Alter von 76 Jahren schließlich starb.

"Der kifft das stärkste Zeug"

In Erinnerung wird den Kritikern ein Mann bleiben, der Italiener "Spaghettifresser" nannte, dies mit der vorherigen Einnahme von Narkotika entschuldigte und Parallelen zwischen sich und Stalin zog. Fans hingegen werden sich an einen Entertainer erinnern, der seinen Schützling Stefan Mross im "Trompeter"-Krieg vehement gegen Playback-Vorwürfe verteidigte. Der mit seiner Sendung zu Zeiten des Kalten Krieges in Peking und Cottbus gastierte, der den uralten Luis Trenker in der Show hatte und der über Stefan Raabs Song "Der Karl, der Karl, der Moik, Moik, Moik, der kifft das stärkste Zeug, Zeug, Zeug" heimlich lächelte.

 

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