USA Romney verspricht besseres Amerika

Der US-republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney will Amerika im Falle seiner Wahl wieder nach oben führen. In seiner Antrittsrede auf dem Parteitag der Konservativen in Tampa (Florida) kündigte er an, die Arbeitslosigkeit zu halbieren und den Staatshaushalt auszugleichen.

 

Tampa - Mit außenpolitischer Stärke und einer Überwindung politischer Gräben im Inneren werde er "eine bessere Zukunft" schaffen. In der 40-minütigen Rede warb er vor allem um die von Amtsinhaber Barack Obama enttäuschten Wähler.

"Ich wünschte, Präsident Obama wäre erfolgreich gewesen, weil ich will, dass Amerika erfolgreich ist. Aber seine Versprechen wichen der Enttäuschung und Uneinigkeit", sagte der Republikaner. "Präsident Obama hat versprochen, die Anhebung der Meeresspiegel zu verlangsamen und den Planeten zu heilen. Mein Versprechen ist, Ihnen und Ihrer Familie zu helfen." Es sei Zeit, "die Enttäuschung der vergangenen vier Jahre hinter uns zu lassen".

"Wenn ich zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt werde, will ich mit meiner ganzen Energie und mit meiner ganzen Seele dafür arbeiten, Amerika wieder aufzurichten", sagte der 65-Jährige. Zuvor hatte er die Nominierung seiner Partei für die Wahl am 6. November offiziell unter lautem Jubel seiner Fans angenommen. In der Halle drückten die Tausenden Delegierten ihre Begeisterung mit lauten "USA, USA"-Rufen aus.

Kommentatoren im In- und Ausland beurteilten die Rede als solide, aber nicht als rhetorisches Glanzstück. Die "Washington Post" bilanzierte, Romney habe Obamas Versagen viel klarer beschrieben als die eigenen Pläne: "Romney präsentierte sich mehr als einfühlsamer Manager denn als ideologischer Visionär."

"Was Amerika braucht, sind Jobs. Viele Jobs", sagte Romney. Er wolle zwölf Millionen Arbeitsplätze schaffen. Konkret stellte er einen Fünf-Punkte-Plan vor. Demnach sollen die USA unabhängig von Energielieferungen aus dem Ausland werden. Bildung und Ausbildung sollen verstärkt werden. Neue internationale Handelsvereinbarungen, ein ausgeglichener Haushalt, Steuersenkungen für Unternehmen sowie der Abbau von Regulierungen gehören ebenfalls zu den Vorhaben.

Romney nutzte seinen wichtigsten Wahlkampfauftritt auch, um sich als Familienmensch und Mann des Volkes zu präsentieren. Er sprach mit Rührung in der Stimme über seine verstorbene Mutter, die ihm beigebracht habe, Frauen genauso zu respektieren wie Männer, und von seinen fünf Söhnen. Außerdem bemühte sich der Multimillionär, dem Vorwurf entgegenzuwirken, er stehe für soziale Kälte: "Amerika wird sich um die Armen und Kranken kümmern, wird die Älteren ehren und respektieren und wird den Bedürftigen eine helfende Hand reichen", sagte er.

Kommentatoren attestierten ihm, sich Mühe gegeben zu haben, seine menschliche Seite zu zeigen. Seine eigenen Leute waren davon begeistert. Die "New York Times" analysierte, Romney werde sich aber anstrengen müssen, auch jene Wähler zu überzeugen, die sich vor vier Jahren auch mit ihren Herzen für Obama entschieden hätten. "Es ist vielleicht eine schlechte Ehe, aber sie wollen sie immer noch retten", sagte Mark McKinnon, einstiger Berater von US-Präsident George W. Bush, über die Anhänger Obamas.

Kurz vor Romneys Rede hatte Hollywoodstar Clint Eastwood einen bizarren Auftritt, bei dem er mehrmals den Faden zu verlieren schien. Der 82-Jährige machte sich über Obama lustig und sprach zu einem leeren Stuhl neben ihm, als säße der Präsident darauf. Alle Welt habe vor Rührung geweint, als Obama die Wahlen gewann, sagte Eastwood. Jetzt gebe es 23 Millionen Arbeitslose in den USA. "Das ist etwas, worüber man weinen könnte."

Obama reagierte im Kurzmitteilungsdienst Twitter auf Eastwood - mit einem Foto, das Obama von hinten auf dem Präsidentenstuhl im Weißen Haus zeigt, versehen mit der Anmerkung: "Dieser Platz ist besetzt."

 

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