USA-Reise abgesagt Who is Horst? Keiner will mit Seehofer reden

Bayerns Ministerpräsident bleibt daheim. Offenbar will sich in Washington keiner mit ihm teffen. Liegt's an der Sympathie der CSU für Putin?

 

MÜNCHEN - Sicher haben die US-Diplomaten wieder jedes kleinste Detail nach Washington gekabelt: Dass beim Hochamt der CSU am Aschermittwoch der russische Botschafter gefeiert und der amerikanische am Rande sitzen musste. Dass Horst Seehofers CSU in der Ukraine-Krise mit Putin sympathisiert – und nicht mit den USA. Schon vor ein paar Jahren hatte WikiLeaks eine US-Depesche enthüllt: „Insgesamt hatte Seehofer zu außenpolitischen Themen wenig zu sagen und schien selbst über grundlegende Dinge nicht informiert“, meldeten damals die US-Statthalter.

Nächste Woche wollte der Ministerpräsident in die USA reisen. In Atlanta treffen sich Bayerns Partnerregionen Québec, Sao Paulo, Shandonge, Oberösterreich und Wastkap zu einer Regierungskonferenz. Dabei plante Seehofer, auch in Washington vorbeizuschauen. In der US-Hauptstadt aber soll er keine hochrangigen Gesprächspartner bekommen haben: Offenbar ist Horst Seehofer dort ein Nobody – und not welcome. Deshalb wurde die Station schon früh wieder gestrichen.

Aber auch in Atlanta drängten sich offenbar keine Hochkaräter um ein Treffen mit dem Ministerpräsidenten aus Bayern. Jetzt bleibt er lieber gleich daheim und schickt seine Europa-Ministerin Beate Merk. Fliegen und verreisen tut Seehofer eh nicht gerne.

Dabei schwächelt die CSU in der Außenpolitik. Die alten Zeiten, als Franz Josef Strauß durch die Welt jettete und sich seine ausländischen Freunde in der Staatskanzlei die Klinke in die Hand drückten, sind Geschichte. Mit dem Niedergang von Karl-Theodor zu Guttenberg war auch dessen Netzwerk in die USA für die Christsozialen verloren. Entwicklungs-Minister Gerd Müller versucht jetzt mit seiner Afrika-Strategie für die CSU Boden gut zu machen. Und zu außenpolitischen Fragen äußert sich vor allem CSU-Vize Peter Gauweiler.

 

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