US-Rockband Foo Fighters auf Platz eins der Charts

Die Foo Fighters steigen mit ihrem neuen Studio Album auf Platz eins der deutschen Album-Charts ein. Ohne ihre Musik wäre alles anders gekommen.

 

Berlin  - Pat hätte am Straßenrand Orangen verkauft, Taylor Sandwiches und Dave wäre Bauarbeiter geworden. Chris hätte ohne Schulabschluss wohl nur die schweren Seiten des Lebens kennengelernt und Nate? Er hätte nach dem Studium vielleicht zu Block und Stift gegriffen, um Journalist zu werden. Aber die Jungs wählten andere Wege. Jeder von ihnen setzte alles auf eine Karte. Musik statt Sicherheit. Mit demselben Ziel vor Augen trafen sich Dave, Nate, Chris, Pat und Taylor unterwegs - und wurden erfolgreich, so erfolgreich wie kaum eine andere Rockband.

Die Foo Fighters haben es wieder einmal geschafft. Ihre neueste Platte "Wasting Light" ist gleich in der ersten Woche auf Platz eins der deutschen Album-Charts gelandet. Diesmal heißt das Erfolgsrezept der amerikanischen Rockband: zurück zu den Wurzeln. Dort, wo die meisten Bands die Wirkung ihrer ersten Posen und Gitarrengriffe testen, haben die Foo Fighters ihr jüngstes Werk aufgenommen - in der Garage. "Wir wollten mal etwas anderes machen, etwas, das Charakter hat", sagte Frontman Dave Grohl noch vor der Albumveröffentlichung in Berlin. Entstanden ist die Platte in seinem Garagen-Studio.

"Ich wollte, dass sich unsere Musik roh anhört", sagt Grohl. Die Foo Fighters haben bei "Wasting Light" auf jeglichen digitalen Schnickschnack verzichtet. Stattdessen spielten sie Ton für Ton analog auf Band ein. "Bei dem neuen Album ist alles simpel. Der Prozess, die Aufnahmen, die Lieder." Und das hört man: kreischende Gitarren, laute Schreie, harte Rhythmen. Statt auf akustische Gitarrenklänge - wie bei ihrem Album von 2005 - setzen die Jungs diesmal auf den altbekannt-rockigen Sound.

"Wasting Light" ist das siebte Studioalbum der Foo Fighters. Angefangen hat ihre Erfolgsgeschichte bei der legendären Rockband Nirvana, zu der Pat Smear und Dave Grohl gehörten. Der Selbstmord von Frontmann Kurt Cobain war auch das Ende von Nirvana. Wenige Monate später schon gründete Dave eine neue Band, die Foo Fighters. Den Ruhm nahm er mit. Das war 1995. Bandmitglieder kamen und gingen über die Jahre, die Fans wurden immer mehr. Sie füllten das Wembley Stadium in London und den Madison Square Garden in New York. In den vergangenen zehn Jahren sind drei Platten der Foo Fighters mit dem Grammy für das beste Rock-Album ausgezeichnet worden.

Rocker ja, Klischee-Rocker nein - so sehen sich die Foo Fighters. "Viele Menschen haben diese Vorstellung von Rockbands, dass sie morgens mit verschmiertem Mascara in einem Haufen Kokain aufwachen und das Topmodel aus ihrem Bett schmeißen", sagt Dave. Bandkollege Tylor wirf ein: "Wir waren nie diese Band, die Dave eben beschrieben hat." Dann schmunzelt Tylor: "Mit den Topmodels und so." Sein Schmunzeln wird breiter: "Ich habe es versucht, aber keine wollte je mit mir aufs Zimmer kommen." Jetzt lachen auch Nate, Chris, Pat und Dave. Wie sonst auch, wenn es um die alten Geschichten geht, die sie lieber andeuten als erzählen.

Die Jungs sind reifer geworden. Und vielleicht auch etwas in die Jahre gekommen. Pat hat die 50 längst überschritten und Chris ist mit seinen 39 Jahren fast das jüngste Bandmitglied. "Man wird älter, bekommt Kinder. Man kann nicht nach Lust und Laune leben und gleichzeitig Vater sein", sagt Chris. "Das funktioniert nicht." Nate findet das Schlusswort: "Es sei denn, man hat Tigerblut." Die Blicke treffen sich, alle lachen. Ja, sie haben es wieder einmal geschafft. Auch nach 16 Jahren Foo Fighters. Weder Orangenverkäufer noch Journalist sind sie geworden. Sondern Rocker - und das sind sie auch geblieben.

 

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