US Open Nach Kerber-Aus in New York: Belohnung bei Tiffany

Im Achtelfinale der US Open war Schluss für die Deutsche, danach ging’s zum Shoppen

 

NEW YORK Positiv an dieser ärgerlichen 6:7, 3:6-Niederlage gegen die wuselige Italiener Sara Errani ist: Angelique Kerber hat nun auch den Donnerstag frei. Da hätte sie nach ihrem ersten Frustkauf-Beutezug an der Fifth Avenue/Ecke 57.Straße abends ab sechs auch noch die Eröffnung des neuen Tiffany-Shops in SoHo mitnehmen können. Aber nein: Frau Kerber wollte schon am Mittwoch abreisen.

Seit 1837 beglückt Tiffany Menschen mit Schmuck. Was genau sich Deutschlands beste Tennisspielerin in Midtown Manhattan nach ihrem Aus im Achtelfinale in dem berühmten Laden neben Trump Tower, Abercrombie & Fitch, Prada und Nike Town gönnte, wollte sie nicht veraten. „Das entscheide ich spontan”, sagte Kerber. Mit ihrem Preisgeld von umgerechnet 95000 Euro dürfte ein ordentliches Trostpflaster-Schmückchen drin gewesen sein.

Zwiespältige Gefühle also für die Vorjahres-Halbfinalistin, die an der Stätte ihrer sportlichen Geburt den grandiosen Erfolg von 2011 nicht wiederholen konnte. „Natürlich bin ich enttäuscht, denn ich hatte meine Chancen. Andererseits bin auf einem guten Weg und werde nicht mit hängendem Kopf nach Hause fliegen”, sagte die 24-jährige, „in den wichtigen Momenten wollte ich aggressiv spielen. Das hat nicht geklappt.” Dennoch fand sie das Match ausgesprochen gut, nur sich selbst eben nicht. Errani habe „teilweise unmenschlich gut gespielt”.

Insgeheim aber wird sich die deutsche Nummer eins ein wenig mehr versprochen haben vom letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres. Ihre Halbfinal-Teilnahme in Wimbledon, dazu die Turniersiege in Kopenhagen und Paris sowie jüngst der Sprung ins Endspiel beim US-Open-Test in Cincinnati hatten die Hoffnungen auf einen Coup im Big Apple genährt. Experten hatten die mit 56 Siegen bei nur 17 Niederlagen in diesem Jahr erfolgreichste Spielerin in punkto Turniersieg auf der Rechnung.

Im Viertelfinale wäre sie auf die Italienerin Roberta Vinci getroffen, die die an zwei gesetzte Polin Agnieszka Radwanska aus dem Turnier warf - eine verpasst Chance für Kerber. Dennoch sagte sie: „Im Großen und Ganzen bin ich mit der Tour in den USA sehr zufrieden. Man muss auch verlieren können, und ich denke, das habe ich gelernt. Mein Kämpferherz habe ich immer noch. Ich bin auf einem guten Weg, aber es ist noch Luft nach oben. Ich werde noch ein paar Chancen bekommen in Zukunft.” Ziel bleibt der Gewinn eines Grand-Slam-Turniers: „Das wäre mir wichtiger, als in der Weltrangliste ganz vorne zu stehen.”

Edel-Juwelier Tiffany ist übrigens dafür zuständig, die Namen der US-Open-Sieger in die Pokale einzugravieren. Den Namen Kerber haben sie ja jetzt in der Kartei.

 

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