Urteil am Amtsgericht München Kokain-Kauf übers Darknet: Freiheitsstrafe für Zahnarzt (43)

Der Mann bestellte in acht Fällen Kokain über das Darknet. (Symbolbild) Foto: Silas Stein/dpa

Ein Münchner Zahnarzt hat über das Darknet mehrmals Kokain bestellt. Der Zoll ist ihm dabei auf die Spur gekommen. Jetzt wurde er vom Münchner Amtsgericht zu einer Freiheitsstrafe verurteilt.

 

München - Das Amtsgericht München hat am 26. März einen Zahnarzt aus dem Raum südlich von München zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten auf Bewährung verurteilt. Der 43-jährige Angeklagte hatte zugegeben zwischen September 2014 und Januar 2015 insgesamt acht Mal Kokain über das Darknet bestellt zu haben. Dabei ging es immer um Mengen zwischen einem und zehn Gramm.

Begründet hat er die Käufe mit seiner großen beruflichen Unsicherheit und einer daraus folgenden schwierigen persönlichen Situation. Nach eigenen Angaben habe er den Konsum allerdings wieder ohne weiteres beendet, nachdem sich seine berufliche Situation wieder stabilisiert hat. Um weniger oft zu bestellen, habe er die Bestellmenge auf zuletzt jeweils 10g gesteigert. Nun fürchte er berufliche Konsequenzen seitens der Regierung von Oberbayern und seitens der Ärztekammer.

Drogenkauf übers Darknet: Bewährungsauflage von 6.000 Euro

Der Zoll kam den Mann auf die Spur: Eine Ermittlerin, die als Zeugin aussagte, gab an, dass bei den Darknethändlern Bestelllisten aufgetaucht waren, die auch zum 43-Jährigen führten.

Der Angeklagte zeigte Reue, außerdem legte er ein umfassendes Geständnis ab. Zu Gunsten kam ihm außerdem, dass die Taten schon mehrere Jahre zurückliegen. Zu Lasten sprechen jedoch seine Vorstrafen: So war der Mann in der Vergangenheit wegen zum Teil gewalttätigen Übergriffen im Straßenverkehr mehrfach zu Geld oder einmal auch zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Als Bewährungsauflage setzte das Gericht die Zahlung von 6.000 Euro in Raten an eine gemeinnützige Einrichtung fest.

 

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