Urlaub im Fastenmonat Den Ramadan hautnah erleben

Wenn die Sultan Ahmed Camil (Blaue Moschee) in Istanbul vom Dunkel der Nacht umhüllt ist, feiern die Muslime. Denn im Fastenmonat Ramadan dürfen sie erst nach Einbruch der Dunkelheit essen und trinken. Foto: srt-Bild/Fabian von Poser

(srt) Der islamische Fastenmonat Ramadan fällt dieses Jahr mitten in die Haupturlaubszeit - nämlich vom 1. bis 29. August. In dieser Zeit ist es Muslimen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang untersagt, zu essen, zu trinken und zu rauchen. Dies hat natürlich in Ländern wie Ägypten, Dubai oder Jordanien auf den Tagesablauf erhebliche Auswirkungen. Trotzdem können Reisende auch während des Ramadans den Urlaub genießen, wenn sie ein paar einfache Regeln beachten. Ein AZ-Interview mit Manfred Schreiber, Gebietsleiter Naher Osten bei Studiosus.

AZ: Herr Schreiber, mit welchen Einschränkungen müssen Urlauber während des Ramadans rechnen?

Manfred Schreiber: Sie sollten zum Beispiel wissen, dass Besichtigungsorte während dieser Zeit früher schließen als gewöhnlich. Am späten Nachmittag findet wenig statt. Wir haben unsere Besichtigungen entsprechend gelegt, dass. Auch in Behörden wird reduziert gearbeitet. Wenn die aufhören, so zwischen 15 und 17 Uhr, sind die Straßen voll. Dann strömen alle nach Hause. Am späten Nachmittag trifft man sich im Familienkreis. Dann sitzen die Menschen oft lange vor gedeckten Tischen und warten darauf, dass endlich das Essen, das Fastenbrechen, los geht.

Was passiert beim Fastenbrechen?

Schreiber: Wenn die Sonne untergegangen ist, dürfen die Menschen wieder essen. Diese Zeremonie ist faszinierend. Dann geht's richtig ab. Man trifft sich, geht aus, kauft ein. Basare sind oft bis Mitternacht offen. Deshalb raten wir auch nicht davon ab, im Ramadan zu reisen, sondern das Erlebnis zu genießen. Der ganze Tagesrhythmus ist dann anders. Da passieren seltsame Dinge. Allein dieser Verkehrsschub vor dem Essen, dann die totale Leere auf den Straßen während des Fastenbrechens, und danach ist es wieder voll.

Sind auch Badeurlauber vom Ramadan betroffen?

Schreiber: Die Angestellten verhalten sich gewöhnlich ganz normal. Allerdings sind sie manchmal etwas langsamer, gemächlicher, müder. Aber das ist normal, wenn man den ganzen Tag nichts essen und trinken darf.

Müssen Urlauber sich ebenfalls im Fastenmonat einschränken?


Schreiber: Reisende sind laut Koran vom Ramadan ausgeschlossen. Reiseführer übrigens auch. Trotzdem sollten Sie sich aus Rücksichtnahme zurückhalten und in der Öffentlichkeit ebenfalls nicht essen, trinken und rauchen - auch wenn das in klassischen Reiseländern wie der Türkei oder Tunesien häufig toleriert wird. Im Hotel oder im Bus ist das egal. Außerdem empfehlen unsere Reiseleiter den Gästen, sich im Ramadan etwas konservativer zu kleiden. Solche Informationen bekommen Badeurlauber natürlich oft nicht automatisch. Deshalb ist es ratsam, sich bei der Ankunft im Hotel nach entsprechenden Verhaltensregeln zu erkundigen.

 

 
 

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