Urlaub 2016 Reisen im Frühjahr – zu Hause ist es doch am schönsten

Deutschland wird als Urlaubsziel immer beliebter. Vor allem in Bayern und Schleswig-Holstein boomt der Tourismus. Foto: Sunny studio – 273501764/Shutterstock.com

Hervorragende Nachrichten für die deutsche Tourismusbranche: Die Zahl der Übernachtungen von inländischen und ausländischen Urlaubern in Deutschland steigerte sich 2015 auf 436,4 Millionen – ein neuer Rekord. Die Tourismusbranche ist erfreut und sieht auch 2016 rosigen Zeiten entgegen.

 

München - Die Internationale Tourismusbörse Berlin (ITB), die Mitte März stattfand, hat ihre Pforten geschlossen, die Veranstalter zeigen sich durchweg zufrieden: Im Jubiläumsjahr sei ein neuer Besucherrekord aufgestellt worden, so der Vorsitzende der Geschäftsführung der Messe Berlin, Christian Göke. Insgesamt seien 180.000 Gäste, darunter circa ein Drittel Privatbesucher, gezählt worden.

Zum 50. Geburtstag der ITB kamen über 10.000 Aussteller aus knapp 187 Ländern zusammen und konnten mit Geschäftsabschlüssen in Höhe von sieben Milliarden Euro satten Umsatz erzielen.


                                                                                  Infografik: abendzeitung-muenchen.de

Die Deutschen packt das Reisefieber. Und dies trotz der globalen Sicherheitsgefährdung durch den Terrorismus. Obgleich in den ehemals beliebten Urlaubszielen der Deutschen, in der Türkei oder Griechenland, Tunesien oder Ägypten, derzeit mit Flüchtlingsproblemen oder Terrorismus gekämpft wird, befindet sich die Tourismusbranche weiter im Aufschwung. Doch anstatt ins afrikanische oder osteuropäische Ausland zu reisen, verbringen viele Deutsche ihren Urlaub ganz einfach im eigenen Land.

„Die Zeichen für 2016 stehen gut. Die Urlaubslust der Deutschen ist unverändert hoch. Die meisten Deutschen wollen ihre Ferien wieder im eigenen Land verbringen“, sagt der Präsident des Deutschen Tourismusverbandes (DTV), Reinhard Meyer. Diesen Trend bestätigt auch das Statistische Bundesamt: Mehr als 436 Millionen Übernachtungen von Urlaubsgästen zählte die Hotellerie 2015. Knapp 80 Millionen Übernachtungen gingen auf ausländische Touristen zurück – ein Anstieg um fünf Prozent. Doch auch die Zahl deutscher Hotelgäste steigerte sich auf 356,7 Millionen, immerhin ein Plus von zwei Prozent.

 

Küste und Berge bei deutschen Touristen besonders beliebt

Topografisch hat der Mittelstaat Europas nicht unbedingt viel zu bieten, abgesehen vom Norden und Süden. Mit Anbindung an die Ost- und Nordsee sowie an die Gebirgslandschaften im Süden weist Deutschland flächendeckend betrachtet jedoch abwechslungsreiche Urlaubsdestinationen auf, wie es sich Reisende kaum besser wünschen können. Dies sehen auch deutsche Touristen so, bei denen die Bundesländer Schleswig-Holstein und Bayern zu den beliebtesten Reisezielen zählen. Jeden zehnten deutschen Urlauber, der im Heimatland verweilen möchte, zieht es in eines der beiden Bundesländer.

Allerdings bedeutet dies erstaunlicherweise nicht, dass Norddeutsche und Süddeutsche sehr beliebt sind. Das Meinungsforschungsinstitut YouGov befragte zu diesem Thema deutsche Einwohner nach ihren Sympathien für ihre Landesgenossen – mit erstaunlichem Ergebnis, besonders für den Freistaat Bayern:

Der Studie zufolge wohnen in Bayern die unsympathischsten Menschen aus ganz Deutschland, gefolgt von Sachsen und Berlin. Auf die Frage, welches Bundesland in seiner Gesamtheit jedoch am sympathischsten sei, landete Bayern kurioserweise ebenfalls ganz vorne auf dem ersten Platz. Nochmals konnte sich Bayern die Spitzenposition in der Kategorie „Landschaftliche Schönheit“ sichern. Hier sicherte sich das südliche Bundesland Rang eins vor Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

„Eigenbrödler“, „wenig hilfsbereit“ oder „eine zugeknöpfte Einstellung“, so lautete das Fazit in einer Umfrage des Senders n-tv, der nach den Gründen fragte, weswegen bayerische Landsleute in Deutschland so unbeliebt sind. Bei internationalen Urlaubsreisenden kann sich Deutschland aber zumindest in seiner Gesamtheit nach vorn kämpfen. Nach dem Nation Brands Index (NBI), der jährlich vom Briten Simon Anholt erstellt wird und die internationale Beliebtheit aller Nationen auflistet, liegt Deutschland nach den USA auf Rang zwei.

 

Dafür geben Urlauber ihr Geld aus

Der Jahresurlaub wird von den meisten Deutschen rot und fett im Kalender markiert. Gerade für Großfamilien bedeutet der Urlaub jedoch auch eine enorme finanzielle Belastung, für die manch einer das ganze Jahr über sparen muss. Glücklicherweise lassen sich mittlerweile bereits bei der Buchung der Reise mit entsprechenden Gutscheinen noch etwas sparen. Bei manch einem Reiseanbieter erhalten Kunden Rabatte von bis zu 240 Euro. So bleibt schlussendlich doch etwas Kapital für die Urlaubskasse übrig. Aber wie wird das Geld im Urlaub investiert?

Eine Studie des Portals Wimdu befragte zu diesem Thema mehr als 3.500 deutsche Urlaubsreisende und untersuchte, worauf Urlauber am ehesten verzichten können, bei welchen Dingen sie keine Abstriche machen wollen und wofür sie am meisten Geld im Urlaub ausgeben. Mit folgendem Ergebnis:

• 67,2 Prozent der Befragten gaben an, im Urlaub am meisten für Essen und Trinken auszugeben. Bizarr hierbei: Zugleich sehen die meisten deutschen Urlauber bei Speis und Trank zeitgleich das größte Einsparpotential. Knapp ein Drittel würde im Urlaub maximal 30 Euro pro Mahlzeit ausgeben. 36 Prozent geben nicht mehr als 20 Euro aus.

• 46 Prozent aller deutschen Urlaubsreisenden geben für ihre Unterkunft zwischen 30 und 80 Euro pro Nacht aus. Danach sinkt die finanzielle Zahlungsbereitschaft allerdings rapide: Lediglich ein Fünftel würde zwischen 80 und 100 Euro zahlen, zwölf Prozent würden immerhin noch bis 200 Euro investieren.

• Zu den größten Ausgaben im Urlaub abseits von Verpflegung und Unterkunft zählen vor allem Souvenirs, für die teils bis zu 22 Prozent der gesamten Urlaubskasse aufgebracht wird. Dabei stellte sich heraus, dass insbesondere Frauen an Mitbringsel für ihre Liebsten denken. Jedoch betrachten auch knapp 25 Prozent der Befragten Urlaubssouvenirs als Geldverschwendung.

Die Umfrage bestätigte zugleich, was die Zahlen der Tourismusbranche vorgeben: 60 Prozent aller befragten Personen äußerten den Wunsch, mehr Urlaub machen zu können. Ihnen fehle allerdings das Geld. Der Wunsch nach Urlaub und Reisen ist in Deutschland also tatsächlich sehr groß, auch wenn das notwendige Kleingeld oft fehlt. Verschulden wollen sich Deutsche, beispielsweise durch einen Urlaubskredit, allerdings nicht.

 

Übernachtungen in Deutschland besonders teuer

Ein Grund für eine zu kleine Urlaubskasse könnte das Preisniveau in deutschen Hotels sein. 2015 mussten Reisende durchschnittlich vier Prozent mehr für eine Übernachtung zahlen als noch 2014. Für in- wie auch ausländische Übernachtungsgäste in Hotels stieg der Durchschnittspreis auf 111 Euro. Dies geht aus dem Hotel Price Index des Portals hotels.com hervor.

Damit liegt die Preisentwicklung in Deutschland auch oberhalb der weltweiten Kostenentwicklung für Hotelübernachtungen, die global betrachtet lediglich um ein Prozent anstieg. Besonders teuer sind Übernachtungen übrigens in Nordamerika: Hier liegt der durchschnittliche Übernachtungspreis bei 221 Euro, in den Metropolen Rio de Janeiro und Moskau hingegen fiel der Preis um mehr als 20 Prozent auf durchschnittlich 130 und 99 Euro.

 

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