Ur-Löwe aus USA zurück Stefan Aigner: Was für und gegen seine Rückkehr spricht

Den Löwen im Herzen? - Stefan Aigner könnte zum TSV 1860 München zurückkehren. Foto: Rauchensteiner/augenklick

Stefan Aigner bricht sein Abenteuer in der amerikanischen Major League Soccer ab, kehrt nach München zurück und hat sich selbst beim TSV 1860 ins Spiel gebracht. Was für eine Rückkehr des Urlöwen spricht - und weshalb auch Kritiker laut werden.

 

München - Stefan Aigner zurück zum TSV 1860? Das schien bereits im Sommer 2016 undenkbar zu sein - bis der Urlöwe von Eintracht Frankfurt tatsächlich zu den Sechzgern in die Zweite Bundesliga wechselte. Möglich konnte der Deal nur werden, weil Investor Hasan Ismaik in der Amtszeit von Ex-Präsident Peter Cassalette unter anderem bei der Ablöse von rund drei Millionen Euro tief in die Tasche gegriffen hatte.

Bekanntlich wurde Aigners Rückkehr nicht gerade von Erfolg gekrönt, im Gegenteil: Der Flügelflitzer verletzte sich nach einigen guten Spielen zu Saisonbeginn, gab die Kapitänsbinde ab und zu allem Überfluss wurde der 30-Jährige auch noch zum Gesicht des Abstiegs.

Ähnlich undenkbar, nachdem Aigner im vergangenen Sommer zu den Colorado Rapids in die US-amerikanische Major League Soccer wechselte, galt ein erneuter Wechsel zu den Sechzgern, bis sich Aigner selbst ins Spiel brachte: "Sag niemals nie. Ich will jetzt daheim ankommen und dann in Ruhe überlegen. Warum nicht 1860?", erklärte der Münchner der "Bild" - und brachte sich damit selbst ins Spiel.

Löwen-Comeback oder nicht? Die AZ zeigt, warum ein Aigner-Wechsel Sinn ergeben würde und was gegen eine Rückkehr spricht:

Urlöwe Aigner: Identifikation mit dem TSV 1860

Aigner ist nicht nur in München geboren, er hat das Fußballspielen auf Giesings Höhen gelernt. Dort durchlief er sämtliche Jugendabteilungen, bevor er den Sprung zu den Profis schaffte. Trotz seiner Engagements bei Wacker Burghausen, Arminia Bielefeld, Frankfurt und Colorado hat Identifikationslöwe Aigner seine Wurzeln nie vergessen. Er trägt den Löwen im Herzen, viele Fans würden in ihm nach wie vor eine Identifikationsfigur sehen.

Stefan Aigner: 136 Bundesliga-Einsätze für Frankfurt

Eines ist auch klar: Trotz des auch persönlichen Abstiegs von Aigner, der zuletzt nach einem Trainerwechsel bei Colorado keine Rolle mehr spielte, würden seine Fähigkeiten die Sechzger nach vorne bringen. Aigner ist im besten Fußballer-Alter, seine Qualitäten vor dem Tor und als Assistgeber sind ebenso unbestritten wie seine technischen Fertigkeiten und auch sein Kampfgeist. Davon legte er in 129 Partien für die Löwen (29 Tore, 24 Assists) und gewiss nicht minder bei seinen 136 Einsätzen für Bundesligist Frankfurt (28 Tore, 27 Vorlagen) Zeugnis ab.

Vorwurf des Söldnertums gegen Aigner

Und dennoch: Für viele Sechzger-Anhänger galt Aigner nach dem Niedergang und seiner Flucht nach Amerika als Fußball-Söldner. "Klar tut das weh, wenn man so was hört. Ich war der Hoffnungsträger. Es war sportlich eine Katastrophe. Fußball ist aber ein Mannschaftssport", verteidigt sich Aigner. Dennoch bleiben viele Fans skeptisch, denn der einstige Publikumsliebling hat viel Kredit verspielt.

Aigner und das Löwen-Gefüge

Unter Abstiegstrainer Vitor Pereira passte das Teamgefüge nicht: einer zwar relativ erfolglosen, aber einigermaßen intakten Mannschaft wurden im Winter fünf Legionäre hinzugefügt. Wie später ersichtlich wurde, hat auch die verfehlte Transferpolitik dafür gesorgt, dass kein Mannschaftsgeist zu erkennen war. Aigner, der sein Kapitänsamt unter anderem deswegen abgab, weil auf und neben dem Platz hauptsächlich Englisch und Portugiesisch gesprochen wurde, knickte ein. Und musste sich die Kritik gefallen lassen, sich zum Wohle "seiner" Löwen nicht mehr gewehrt zu haben.

Unter Daniel Bierofka ist ein solcher zweifellos vorhanden. Hier wäre eher die Frage, ob sich Aigner nahtlos einfügen würde - und auch keine Miss-Stimmung bei der "1800-er-Fraktion" auftritt. Bierofka hatte in der vergangenen Saison erklärt, dass viele Junglöwen für 1.800 Euro (Brutto-Gehalt) im Monat auflaufen würden.

Aigner dürfte andere Gehaltsvorstellungen haben, wenngleich er Einbußen offensichtlich in Kauf nehmen würde. Klamme Löwen würden den Rückkehrer ohnehin nur finanzieren können, wenn sich Investor Hasan Ismaik und die Vereinsbosse um Präsident Robert Reisinger endlich auf eine Strategie einigen können.

Aus sportlicher Sicht dürfte Coach Bierofka am besten einzuschätzen wissen, inwieweit Aigners Rückholaktion Sinn ergeben würde: Als Assistent von Pereira erlebte die 1860-Ikone selbst, wie es letztlich schief ging und der Portugiese Aigner und viele weitere Löwen zum Leidwesen des ganzen Klubs nicht in die Spur bringen konnte.

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