Unwetter wütet in Dorf Nach Affing: Wie gefährlich sind Tornados bei uns?

Häuser sind komplett abgedeckt, Dachtstühle zerstört, Wände zerfetzt: Welche Kraft der Tornado in Affing hatte, zeigen die Bilder... Foto: dpa

Nach dem Unglück in Affing: Tornados sind kein rein amerikanisches Phänomen. Die zerstörerischen Windhosen entstehen auch oft in Deutschland. Wie gefährlich sie sind.

 

MÜNCHEN - Schneise der Zerstörung in wenigen Minuten, vielleicht Sekunden: Ein Tornado hat in Süddeutschland große Verwüstung angerichtet. Besonders betroffen ist das Dorf Affing. Aber wie gefährlich sind Tornados in Deutschland?

Sie sind im Vergleich mit Hurrikanen oder Taifunen relativ klein und kurzlebig, aber völlig unberechenbar und auf Grund ihrer Windgeschwindigkeit (bis zu 500 Stundenkilomtern) unglaublich zerstörerisch: Tornados. Wer glaubt, die Windhosen mit dem bedrohlichen Rüssel gibt’s nur in Amerika, der irrt gewaltig.

Mit durchschnittlich 1250 Tornados pro Jahr sind die Vereinigten Staaten zwar tatsächlich weltweit am häufigsten bedroht – besonders betroffen ist die berüchtigte „Tornado Alley“ (Tornadogasse) im Mittleren Westen. Aber zwei solcher Tornadogassen ziehen sich auch quer durch Deutschland. Eine im hohen Norden, die zuletzt in Bützow (Mecklenburg-Vorpommern) für abgedeckte Häuser und Kirchen gesorgt hat, die zweite unter dem Einfluss tropischer Luft entlang der Alpen.

Tornado-Experte Thomas Sävert schätzt die jährlichen Tornado-Ereignisse in Deutschland auf 30 bis 60. Auch München ist nicht gefeit. 2001 richtete ein Tornado im Forstenrieder Park große Waldschäden an. Aber nicht alle Windhosen sind so zerstörerisch wie der Rüssel von Affing. Die Schäden gehen dennoch jedes Jahr in die Millionen, immer wieder kommen auch Menschen ums Leben.

Drei Zutaten braucht ein Gewitter, um Tornados zu kreieren. Bodennahe feuchtwarme Luft, deutlich kühlere und trockenere Luftmassen, die sich über diese warme Luft schieben und noch weiter oben Winde aus unterschiedlichen Richtungen, die für das Drehmoment sorgen.

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Die Stärke der Tornados wird mit der so genannten Fujita-Skala gemessen. Die Skala reicht dabei von F0 „Windgeschwindigkeiet 63 bis 117 km/h) bis F5 (über 420 Stundenkilometer). Affings Tornado erreichte nach ersten Einschätzungen die Stufe F2. Das würde bedeuten, dass der Wind mit einer Stärke von 184 bis 254 Stundenkilometern blies. Stark genug, um Bäume zu fällen und Mauern zum Einsturz zu bringen.

 

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