Unverzichtbarer Stammspieler Kimmich überzeugt auf Rechts: Joshua Lahm

Der alte und der neue Rechtsverteidiger der Bayern: Philipp Lahm (r.) und Joshua Kimmich. Foto: Andreas Gebert/dpa

Kimmich spielt bei den Bayern seine erste volle Saison auf der Rechtsverteidiger-Position, die Lahm so lange innehatte. Nationalmannschaftsmanager Bierhoff schwärmt: "Er ist ein Supertyp!"

 

München - Pep Guardiola hatte es eigentlich schon immer gewusst. "Ich liebe diesen Jungen. Er hat alles, er kann alles, er gibt alles. Wahnsinn!", sagte der ehemalige Trainer des FC Bayern über Joshua Kimmich und fügte mit Pathos an: "Mit diesem Spieler du kannst gehen wherever you want." Das war im März 2016.

Inzwischen haben sich die Worte von Guardiola bewahrheitet. Kimmich ist nach einem schwierigen ersten Jahr unter Carlo Ancelotti beim deutschen Rekordmeister als Rechtsverteidiger längst zum Dauerbrenner und zum unverzichtbaren Stammspieler geworden. Der 22-Jährige füllt seine Rolle defensiv und offensiv so gut aus, dass selbst die Stimmen nach Philipp Lahm immer leiser werden.

Kimmich, der Joshua Lahm. Dabei hatte der Weltmeister dem Youngster sowohl in München als auch in der Nationalmannschaft nach seinem Rücktritt riesige Fußspuren hinterlassen. Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge befand unlängst aber sogar, dass Kimmich "in seinem Alter weiter ist, als es Lahm zu dem Zeitpunkt war". Doch die Vergleiche mit Lahm mag Kimmich überhaupt nicht. "Philipp hatte eine brutale Konstanz. Er hatte sehr, sehr wenige Spiele, in denen er nicht sehr gut war."

Kimmich ist aber auf einem guten Weg dahin. Der Grund liegt für ihn auf der Hand. "Es tut ganz gut, wenn man über eine Zeit die gleiche Position spielt." Man bekomme, so der Nationalspieler, "einen ganz anderen Rhythmus, eine andere Sicherheit, ein anderes Gefühl für die Position".

Kimmich schon jetzt ein "alter Hase"

Dabei sieht sich Kimmich lieber im zentralen Mittelfeld. Doch durch Lahms Rückzug wurde er quasi zu seinem Glück gezwungen, da es bei den Bayern und im Nationalteam rechts hinten ein Vakuum gab, gleichzeitig das Mittelfeld aber überbesetzt war. Im DFB-Team absolvierte er gar die letzten 21 Länderspiele als Rechtsverteidiger über die volle Distanz – wie auch Kaiser Franz Beckenbauer.

Nur noch Berti Vogts hat bessere Serien hingelegt (26 und 34). Auch Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff gerät angesichts von Kimmichs Klasse, Konstanz und seiner (Spiel-) Intelligenz ins Schwärmen. "Er ist ein Supertyp mit viel Energie. Er ist unglaublich ehrgeizig, ein Teamplayer, vielseitig einsetzbar, ständig in Bewegung, sehr wachsam. Ich freue mich, dass sich Bayern zu ihm bekannt hat."

Kimmich gehöre trotz seiner Jugend schon "zu den alten Hasen", merkte Mats Hummels zuletzt an – und es war durchaus als großes Kompliment zu verstehen. "Sein Stellenwert ist sehr groß", fügte Bierhoff an. Dabei war Bayern-Trainer Carlo Ancelotti zunächst von Kimmichs Fähigkeiten wohl nicht so ganz überzeugt gewesen. In der vergangenen Saison spielte er nur sporadisch, da Lahm als Rechtsverteidiger noch gesetzt und im Mittelfeld kein Platz gewesen war.

Kimmich haderte mit seiner Bankrolle, machte seiner Unzufriedenheit auch Luft. Es gab schon Gerüchte, dass er die Bayern im Sommer verlässt. Doch insbesondere Rummenigge stärkte Kimmich früh den Rücken und betonte wiederholt, dass dieser für die Lahm-Nachfolge fest eingeplant sei.

Nur einer freut sich darüber nicht so besonders: Rafinha. Der frühere Backup von Lahm, muss sich nun hinter Kimmich anstellen. "Verstehen sie mich nicht falsch: Joshua Kimmich ist ein super Junge, aber ich will natürlich auch spielen", sagte der 32 Jahre alte Brasilianer vergangene Woche der Sport Bild. Deshalb mache er sich Gedanken über seine Zukunft bei den Bayern. Die muss sich Kimmich nicht machen.

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