Wer während des Oktoberfestes seine Wohnung oder ein Zimmer in München auf Airbnb vermieten möchte, muss einiges beachten.

München - Bald geht es wieder los, das größte Volksfest der Welt startet in München. Die Wiesn wird auch dieses Jahr wieder hunderttausende Besucher in die Stadt locken - und viele werden einen Schlafplatz brauchen.

Wer nicht ins Hotel will, kann auf Privat-Zimmer oder -Wohnungen hoffen, beispielsweise buchbar über das Portal Airbnb. Doch ist es in München erlaubt, seine Wohnung oder Zimmer einfach so unterzuvermieten? Die AZ erklärt, was erlaubt ist und was nicht.

Wie lange darf ich vermieten?

Grundsätzlich dürfen Mieter maximal acht Wochen im Kalenderjahr (auch gestückelt) untervermieten. Dazu brauchen sie keine Genehmigung. Ob es sich um Verwandte oder Fremde handelt, die in der Wohnung wohnen, ist egal. Wichtig ist, dass die Wohnung/das Haus ansonsten im üblichen Sinne selbst bewohnt wird.

Länger als acht Wochen dürfen Sie untervermieten, wenn Sie selbst während der Zeit in der Wohnung/ dem Haus wohnen und weniger als fünfzig Prozent der Wohnfläche zur Verfügung stellen. Also beispielsweise das ehemalige Kinderzimmer oder ein Gästezimmer. Die gesamte Satzung zur Zweckentfremdung finden Sie hier.

Ihren Vermieter sollten Sie in jedem Fall in Kenntnis setzen.

Was ist in München grundsätzlich verboten?

Es ist verboten, eine Wohnung oder ein Haus im Stadtgebiet München dauerhaft ausschließlich als Ferienwohnung zu vermieten. Das entzieht Wohnraum und gilt somit als Zweckentfremdung. Das Sozialreferat kontrolliert verdächtige Wohnungen regelmäßig und verhängt hohe Bußgelder.

Muss ich ein Bußgeld zahlen, wenn ich meine Wohnung nur während der Wiesn vermiete?

Nein. Die zeitweise Untervermietung ist kein Problem, wenn sich eine solche Überlassung in einem "engen zeitlichen Rahmen hält und die Wohnung in der weit überwiegenden Zeit des Jahres im üblichen Sinne bewohnt wird", heißt es bei der Stadt. Ein "enger zeitlicher Rahmen" ist beispielsweise der Jahresurlaub. Siehe auch die Antwort zur ersten Frage.

Wenn Sie also vier Wochen während der Oktoberfest-Zeit in den Urlaub fahren und ihre Wohnung in dieser Zeit untervermieten, müssen Sie nur Ihren Vermieter informieren. Ein Bußgeld von Seiten der Stadt droht Ihnen nicht.

Muss ich Einnahmen aus Vermietungen angeben?

Ja. Allerdings ist nicht zwingend gesagt, dass Sie auch tatsächlich Steuern darauf zahlen müssen. Versteuert werden müssen nur Gewinne. Haben Sie also auch Ausgaben, wird das verrechnet. Im Zweifel konsultieren Sie Ihren Steuerberater.

Muss ich Gewerbe- oder Umsatzsteuer bezahlen?

Wenn Sie privat untervermieten wohl eher nicht. Das Fachportal finanztipp.de schreibt dazu: "Erst ab einem Bruttoumsatz von mehr als 17,500 Euro im Vorjahr und voraussichtlich 50.000 Euro im laufenden Jahr muss Umsatzsteuer abgeführt werden." Gewerbesteuer wäre fällig, wenn zusätzlich noch "unübliche" Sonderleistungen angeboten werden.