Unternehmer werden älter Wer übernimmt? Das große Firmen-Vererben in München

Immer mehr Unternehmer in München stehen vor der Frage, wer die eigene Firma weiterführen soll. Foto: Marc Müller/dpa

Münchens Unternehmer kommen in die Jahre: Jeden Tag werden zwei Firmen übergeben. Aber wer übernimmt?

 

Schreinereien, Traditionshotels, Buchläden, Bekleidungsgeschäfte, kleine Wirtshäuser oder Gastrogroßbetriebe – es ist ein Problem, das aktuell fast alle Branchen des Münchner Mittelstands trifft: Die Unternehmenschefs kommen in die Jahre – und für sie tut sich die Frage auf: Wer übernimmt die Firma, wenn sie nicht mehr weiter arbeiten können oder wollen?

Allein in München müssen bis 2025 rund 4.100 Unternehmen aus Altersgründen an Jüngere übergeben werden. "Das sind durchschnittlich zwei Firmen am Tag", rechnet Peter Herreiner vor, der das Firmenkundengeschäft der Hypovereinsbank in Bayern-Süd leitet.

Immer weniger Familienangehörige übernehmen

Bislang hat etwa die Hälfte der Firmenchefs an die Kinder oder andere Nachfolger innerhalb der Familie übergeben. 17 Prozent fanden Mitarbeiter in der Firma, die den Betrieb weiterführen. Knapp ein Drittel der betroffenen Firmen wurde verkauft – dann machten "externe" Nachfolger weiter.

Seit 2012 aber zeigt sich, dass es immer weniger familieninterne Lösungen gibt – entweder gibt es keine Kinder, oder sie möchten sich beruflich anders aufstellen als die Eltern. Allein bei der Handwerkskammer München und Oberbayern suchen aktuell 164 Betriebe nach externen Käufern, darunter viele Friseursalons, Bäcker, Metzger. Wichtig ist, mahnt die Kammer, dass sich Seniorchefs frühzeitig mit einer geregelten Übergabe – und auch der Finanzierung dafür – beschäftigen. Immerhin hängen bei den in München betroffenen Firmen insgesamt rund 61.500 Arbeitsplätze dran.

 

10 Kommentare

Kommentieren

  1. Ihre Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading