Unter Pereira nicht erste Wahl Sie sind die drei Löwen-Fragezeichen

Löwen in der Krise: Christian Gytkjaer (li.), Keeper Jan Zimmermann (Mi.) und Lucas Ribamar. Foto: AZ/Rauchensteiner/Augenklick/pm

Vitor Pereira hat bei Sechzig längst seinen Stamm gefunden, auf den der Portugiese vertraut. Ein Torhüter hat seinen Stammplatz verloren, ein Stürmer erlebt seine erste kleine Krise - und ein Millionen-Einkauf ist nicht mal zweite Wahl.

 

München - Das Wetter in Giesing wird trister. Trist ist auch die Stimmung bei manchem Löwen-Profi. Drei von ihnen sind zwar aus den Gedankenspielen von Vitor Pereira längst nicht raus, aber sie sind momentan hinten dran. Die Rede ist von Torwart Jan Zimmermann sowie den Stürmern Christian Gytkjaer und Lucas Ribamar. Die AZ erklärt ihre Situation beim TSV 1860:

Jan Zimmermann: Wird Sechzig zum Ein-Jahres-Intermezzo?

Der 31-jährige Hesse gilt als sehr reflektiert. So hat der Torhüter auch die kurzfristigen Umwälzungen der vergangenen Monate zur Kenntnis genommen. Nach AZ-Informationen wird es im Sommer einen weiteren, größeren Einschnitt an der Grünnwalder Straße geben. Zimmermann beschäftigt sich längst mit dem Szenario, dass sein Engagement an Giesing nach nur einer Saison beendet sein könnte.

Er habe keine andere Chance, als sich im Training weiter anzubieten, schilderte der Keeper jüngst auf Nachfrage der AZ. Zimmermann ist als Teamplayer bekannt, als einer, der sich notfalls hinten anstellt. Das zeichnet seinen Charakter aus. Ohnehin gilt der frühere Heidenheimer als enorm beliebt in der Mannschaft. Doch er kennt auch die Gesetzte des Geschäfts, das hat er immer wieder betont.

Pereira zumindest setzt klar auf Stefan Ortega, der fußballerisch leichte Vorteile hat, aber auf der Linie als nicht so stark wie sein Kontrahent gilt. Zwar funktioniert die Zusammenarbeit mit Torwarttrainer Ricardo Filipe Rodrigues Matos dem Vernehmen nach sehr gut. Der Portugiese gibt demnach seine Anweisungen auf Englisch, habe aber auch schon deutsche Fachbegriffe aufgegriffen, heißt es.

Doch längst wird spekuliert, dass Pereira nach dem Torwarttrainer im Sommer auch das Torhütergespann austauschen könnte. Zimmermann nimmt diese Situation bemerkenswert professionell.

Christian Gytkjaer: Gekommen, um zu treffen?

Wie groß waren die Vorschusslobgesänge auf den Dänen. Dieser kam mit der Empfehlung, Rosenborg Trondheim gerade als Torjäger zur Meisterschaft in Norwegen geschossen zu haben. Hinzukommt der laut Instagram extrovertierte Lebenswandel des Skandinaviers. Doch der vermeintliche Torgarant hat in der 2. Liga die viel bemühte Ladehemmung. Die Bilanz: Sieben Spiele, 348 Minuten, ein Tor. Das ist deutlich ausbaufähig.

Als Ursache sind wohl auch Anpassungsprobleme zu nennen. Der Fußball im deutschen Unterhaus ist eben doch auf einem anderen Niveau als in Norwegen. Es kommen erste Zweifel auf, ob der 26-Jährige zu einem Torjäger 15+ taugt, wie zum Beispiel Simon Terodde beim VfB Stuttgart oder Aziz Bouhaddouz beim FC St. Pauli.

2,25 Millionen Euro Ablöse soll Gytkjaer die Löwen laut dem Fachportal "transfermarkt.de" gekostet haben. Es ist eine Summe, die der Dänen-Bomber längst nicht amortisiert hat. Auffällig hat seine Laune darunter gelitten. Vor und nach dem Dienstagstraining wirkte er sehr fokussiert, aber eben auch so, als habe er an Lockerheit eingebüßt. Den Platz in der ersten Elf ist er erstmal an Routinier Ivica Olic los, dem Pereira offenbar mehr zutraut.

Lucas Ribamar: Wann zündet der Brasi-Stürmer?

Noch teurer als Gytkjaer war das angebliche Supertalent Lucas Ribamar, der einst Investor Hasan Ismaik - eigenen Erzählungen zufolge - über Kontakte in England empfohlen wurde. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, kostete der 19-Jährige vor der Saison mindestens 2,5 Millionen Euro Ablöse. Seither fiel der Angreifer vor allem dadurch auf, dass er anfällig für Verletzungen war - und beim Pokal-Aus in Lotte seine Emotionen nicht im Griff hatte.

Auch er wirkte vor und nach dem Dienstagstraining regelrecht in sich gekehrt, während Jan Mauersberger und Lumor auf dem Weg zum Trainingsplatz neben ihm Späße machten, konnte der Brasi-Stürmer nicht so richtig mitlachen. Kein Wunder: Zuletzt war er nicht mal zweite Wahl, Pereira nominierte ihn nicht in den Kader für das Spiel gegen die Würzburger Kickers.

Von acht Spielen in der Rückrunde stand der Youngster damit zwei Mal nicht im Kader, drei Mal blieb er ohne Einsatz, nur drei Mal durfte er als Joker ran. Dazu kommt besagtes Pokalspiel beim Drittligisten Sportfreunde Lotte, bei dem er es in nur 19 Minuten schaffte, sich wegen einer Unbeherrschtheit eine Rote Karte abzuholen.

Der "König von Giesing", der einstige Aufstiegstrainer Karsten Wettberg, bezweifelte bereits im Gespräch mit der AZ, ob Ribamar wirklich der "Heilsbringer" sei. Fakt ist: Der Brasilianer ist ein junger Spieler. Fakt ist aber auch: Er muss bald liefern, sonst dürften die Diskussionen weiter zunehmen.

Lesen Sie auch: So lief das Treffen zwischen Ismaik und Matmour wirklich

Lesen Sie hier: Er ist der wichtigste Mann von Vitor Pereira

 

3 Kommentare