Ungerechte Behandlung der Betroffenen Streit ums Münchner Trinkwasser findet kein Ende

Das Mangfalltal (Kreis Miesbach) im Süden Münchens. Von hier bezieht die Stadt ihr Trinkwasser. Foto: dpa

Betroffene fühlen sich bei der juristischen Anhörung ungerecht behandelt.

 

Seit 135 Jahren kommt das Münchner Trinkwasser aus dem Mangfalltal im Kreis Miesbach. Die Ausweitung der Wasserschutzzone in diesem Gebiet von acht auf 18,6 Quadratkilometer führte zum jahrelangen Streit zwischen den Stadtwerken und den betroffenen Landwirten. Diese sehen mit der Ausweitung der Wasserschutzzone ihre Existenz bedroht.

Streit zwischen Stadtwerken und Landwirten

In den vergangenen Tagen konnten die Betroffenen ihre Einwände vor Gericht vortragen. Die Landwirte, deren Rechtsanwälte und die Mitglieder der Initiative Heimatwasser fühlten sich jedoch bei der juristischen Anhörung ungerecht behandelt. "Aus meiner Sicht mangelte es bei der Anhörung an jeglicher Objektivität", sagt Rechtsanwalt Benno Ziegler. "Mit wurde sogar der Stecker vom Mikrofon gezogen. Man hat so versucht, die Anwälte mundtot zu machen." Und Norbert Kerkel vom Verein "Unser Wasser" ergänzt: "Die Betroffenen wurden auf das Büßerbänkchen gesetzt. Wir hatten nicht einmal einen Tisch."

77 Einwände wurden bislang angehört

Die Mitglieder der Initiative Heimatwasser sowie die betroffenen Landwirte bezeichnen die Anhörung als "Alibiveranstaltung", bei der das Ergebnis schon vorher festgestanden habe. Gisela Hölscher, eine Politikerin aus dem Landkreis Miesbach hat mittlerweile in der Bevölkerung über 3.000 Unterschriften gegen die Ausweitung des Wasserschutzgebiets gesammelt. Und auch die juristische Anhörung ist noch nicht beendet: Bisher wurden erst vier der rund 77 Einwände angehört. Es werden also noch weitere Erörterungstermine folgen. Wann genau diese stattfinden, ist noch nicht bekannt.

 

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