Unfallstatistik Klettersteig: DAV warnt vor Selbstüberschätzung

Vorsicht vor Blockierern. Foto: Klettersteigen mit Köpfchen.

Klettersteige sind im Prinzip für jeden machbar - vorausgesetzt die richtige Ausrüstung ist dabei und man überschätzt sich nicht.

 

Eines Vorweg: Erfreulicherweise ist die Zahl schwerer und tödlicher Unfälle in den Bergen rückläufig – und das trotzt zunehmender Gästezahlen. Dennoch weist die aktuelle Unfallstatistik des DAV keine ausschließlich positiven Tendenzen aus.

Es gibt eine quasi „neue Sorte“ an Bergvorfällen: Die sogenannten Blockierer. Das sind Bergsportler, die nicht unbedingt verunfallen, sondern die während ihrer Tour feststellen, dass sie sich massiv überschätzt haben. Hauptort für diese Vorkommen sind die Klettersteige. Dort kommt es durch die Sicherungssysteme kaum zu Abstürzen, aber mehr und mehr müssen die Bergwachten ausrücken, um Menschen aus Klettersteigen zu bergen.

Diese können dann weder vor noch zurück, hängen in der Wand und müssen aufwändig geborgen werden. Auch auf „normalen Bergtouren erhöht sich die Zahl der Blockierer von Jahr zu Jahr. Dies scheint mehr eine gesellschaftliches Problem zu sein als ein bergspezifisches. Denn auch in anderen Sportarten ist zu verzeichnen, dass der übersteigerte Ehrgeiz oft Ursache für einen Ausfall ist – Veranstalter von Laufveranstaltungen können ein Lied davon singen. Um selbst nicht Opfer des eigenen Ehrgeizes zu werden sollte man also die eigene Tour mit Bedacht auswählen.

Im Zweifel ist es besser, sich für eine weniger Schwierige oder lange Variante zu entscheiden. So kommt man auch garantiert um eine positive Erfahrung reicher wieder zurück aus den Bergen. Und dazu erspart man den Bergwachten unter Umständen einen unnötigen Einsatz, bei dem die Retter selbst immer wieder ihr Leben in Gefahr bringen. 

 

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