Unfall mit zwei Toten Am Tunnel zerschellt: Das Drama von Neubiberg

Entsetzlicher Unfall in Neubiberg. Foto: Gaulke/Schramek

Ein schrecklicher Unfall fordert in Neubiberg zwei Tote und zwei Schwerverletzte – der Fahrer stand offenbar unter Drogen und Alkohol

Neubiberg - Hellgrüne gestrichelte Linien markieren die Fahrt in den Tod. Sie zeichnen die letzten Sekunden nach, bevor der Wagen ungebremst gegen die Betonwand krachte. Die Linien führen eine Böschung kurz vor dem Tunnel hinauf, knicken dann nach unten ab und enden am Portal der Unterführung unter Landschaftspark von Neubiberg, zwischen dem Flugfeld, dem örtlichen Friedhof und der Ortschaft.

Hier lag der blaue Renault Megane am Sonntagfrüh auf dem Dach, ein Rad weggefetzt, das Blech völlig zermalmt, der Motorraum qualmend. Im Wageninneren: ein Toter, ein Sterbender sowie zwei schwer verletzte junge Männer. Alle vier noch angeschnallt in den Trümmern aus Metall, alle vier mit schweren Kopfverletzungen.

Ein Taxifahrer war der Erste am Unfallort unterhalb der Kreuzung zwischen der Staatsstraße und der Alten Landstraße. Der Augenzeuge konnte allein niemanden aus dem Wrack befreien, der Mann konnte lediglich erkennen, dass mehrere Menschen in dem Wagen eingeklemmt waren.

Der Taxifahrer alarmierte sofort die Rettungskräfte. Das war gegen 3.40 Uhr. Auch die Feuerwehrmänner hatten Mühe, die jungen Männer zu befreien.
Am Steuer hatte Bruno F. (26) gesessen. Der Münchner mit portugiesischen Wurzeln war nach Spurenlage deutlich zu schnell unterwegs gewesen. Tempo 70 ist auf der Staatsstraße 2078 erlaubt. Nach ersten Erkenntnissen fuhr er mindestens 100 km/h. Bei ihm im Auto saßen drei weitere junge Männer: Valon B. (31) aus Neubiberg sowie hinten die Freunde Markus D. (25) und Christian A. (24) aus München.

Laut Polizei kam der Wagen aus Ottobrunn und fuhr in Richtung Neuperlach. Vor dem Tunnel geriet Bruno F. mit seinem Renault seitlich gegen eine Verkehrsinsel auf der Straße und verlor daraufhin die Kontrolle über seinen Wagen. Der Renault schleuderte eine Böschung links neben der Fahrbahn hinauf, geriet in Seitenlage, prallte gegen die Betonwand der Unterführung und blieb schließlich auf dem Dach liegen.

Die Rettungskräfte der Feuerwehr brauchten schweres Gerät, um die vier Männer, aus dem zerstörten Wrack zu schneiden. Den Beifahrer Valon B. konnten die Helfer nur noch tot bergen. Auch der Fahrer war leblos. Ein Notarzt konnte Bruno F. zunächst noch reanimieren. Doch der 26-Jährige starb wenig später im Krankenhaus.

Auch Christian A. (24) wurde lebensgefährlich verletzt. Er erlitt schwerste Kopfverletzungen. Überleben wird den entsetzlichen Tunnel-Unfall wohl nur einer: der 25-jährige Markus D.
Kurz bevor der Fahrer im Krankenhaus starb, wurden noch ein Drogenschnelltest und ein Alkoholtest bei ihm gemacht. Beide ergaben positive Wertet: Der Fahrer hatte zur Unfallzeit offensichtlich nicht nur Alkohol im Blut – er hatte auch gekokst..

 

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