Unfall-Drama an Bahnübergang Seeshaupt: Zug rammt Auto - zwei Frauen tot

, aktualisiert am 08.05.2018 - 09:16 Uhr
Es passiert immer wieder: An Bahnübergängen ohne Schranken werden Autos von Zügen erfasst. Am Montag hatte ein solcher Unfall am Starnberger See schreckliche Folgen. Die Bilder vom Unfallort in Seeshaupt. Foto: Dominik Bartl

Am Montagnachmittag ist es zwischen Iffeldorf und Seeshaupt zu einem schweren Verkehrsunfall gekommen. Ein Zug kollidierte an einem Bahnübergang mit einem Auto, die beiden Frauen im Mercedes kamen dabei ums Leben.

 

Seeshaupt -  Zwei Menschen sind in Oberbayern gestorben, nachdem ein Regionalzug an einem unbeschrankten Bahnübergang ein Auto erfasst hat. Bei dem Unfall am Montag in Seeshaupt am Starnberger See (Lkr. Weilheim-Schongau) kamen die Fahrerin und Beifahrerin des Wagens um Leben.

Der Mercedes war nach der Kollision mehrere Hundert Meter vom Zug mitgeschleift worden, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Einer der 58 Fahrgäste der Regionalbahn, eine 51-jährige Frau aus Schongau, wurde leicht verletzt. Der Lokführer blieb unverletzt. Der Bahnübergang hatte keine Schranken, sondern war mit Rotlichtern und Andreaskreuzen gesichert, wie der Sprecher weiter sagte.

Bei den beiden Verunglückten handelt es sich um zwei Frauen (67, 83) aus Gräfelfing. Der Zug war von Iffeldorf nach Seeshaupt unterwegs, als er am Bahnübergang nahe der Lauterbacher Mühle das Auto erfasste.

Rotes Signallicht am Bahnübergang missachtet

Das Fahrzeug muss nach den Erkenntnissen der Polizei aus Richtung Lauterbacher Mühle gekommen sein und war zur Staatsstraße Iffeldorf-Seeshaupt unterwegs. Allem Anschein nach überfuhr die 67-Jährige das rote Signallicht am Andreaskreuz genau in dem Moment, als der Regionalzug auf dem Weg von Iffeldorf nach Seeshaupt vorbeikam – die Vollbremsung des Lokführers blieb ohne große Wirkung. Nach derzeitigem Erkenntnisstand der Polizei funktionierte das Signallicht.

Der Zug erfasste den Wagen frontal auf dessen Beifahrerseite und schleifte ihn mehr als hundert Meter auf den Schienen mit. Die beiden Frauen starben noch an der Unfallstelle. Dennoch gelten die genauen Hintergründe des Unfalls als noch nicht geklärt. Die Feuerwehr war mit insgesamt 70 Einsatzkräften vor Ort. Die Polizei Penzberg hat die Ermittlungen übernommen; auch die Staatsanwaltschaft ist eingebunden.

Bahnstrecke Tutzing-Kochel stundenlang gesperrt

Die Bahnstrecke Tutzing-Kochel war auf dem Streckenabschnitt für mehrere Stunden gesperrt. Die Züge endeten in Seeshaupt und Bichl. Komplett für den Verkehr gesperrt war auch die Staatsstraße zwischen Iffeldorf-Staltach und Seeshaupt. In Iffeldorf wurde der Verkehr bereits bei der Bahnunterführung abgeleitet und weiträumig umgeleitet.

Immer wieder kommt es in Bayern zu Unfällen an Bahnübergängen, die nicht mit Schranken gesichert sind. Vergangene Woche war ein Mann mit seinem Traktor an einem unbeschrankten Bahnübergang in Schwaben seitlich in einen vorbeifahrenden Zug gefahren. Der Traktorfahrer und ein Fahrgast des Zuges wurden verletzt. Ende März wurde das Auto eines Mannes in Oberstdorf an einem Übergang ohne Schranken von einem Zug erfasst und mitgeschleift, der Mann wurde schwer verletzt.

 

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