Umstrittene Werbung Sixt wirbt mit Mollath - Anwalt: "geschmacklos"

Diese Zeitungsanzeige könnte ein juristisches Nachspiel haben: Der Autovermieter Sixt hat Gustl Mollath ungefragt als Werbemotiv benutzt Foto: Sixt

Ärger um eine Zeitungsanzeige: Weil der Autovermieter Sixt frech mit Gustl Mollath wirbt, kündigt dessen Anwalt rechtliche Schritte an.

 

München - Bisher nutzte der Autoverleiher Sixt gut betuchte Promis und Politiker für seine aggressiven Werbekampagnen. Doch nach Silvio Berlusconi, Ulla Schmidt und Angela Merkel trifft es jetzt einen Mittellosen: Auf einer halbseitigen Anzeige in der SZ vom Montag ist der aus der Psychiatrie entlassene Gustl Mollath zu sehen - mit dem Spruch. „Wenn hier jemand verrückt ist, dann der Sixt mit seinen Preisen.“ Mollath wurde vor dem Abdruck nicht gefragt, ob er dafür zur Verfügung stehe.

Dessen Anwalt Gerhard Strate ist außer sich. „Das ist geschmacklos und nicht witzig“, so Strate gegenüber der AZ. Er spricht von einem „dreisten Rechtsbruch“. Vor allem ärgert ihn, dass Sixt „den Eindruck eines Verrückten weiter verfestigt“. Strate glaubt, dass Mollaths Persönlichkeitsrechte verletzt wurden und will jetzt presserechtlich gegen den Autovermieter vorgehen.

Sixt-Pressesprecher Frank Elsner, sieht jedoch keinen Rechtsbruch. Er beruft sich auf ein Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs. Damas hatte Ex-Finanzminister Oskar Lafontaine nach einer Werbekampagne Sixt auf 100.000 Euro Schadensersatz verklagt - vergeblich. Die satirische Werbung mit Personen der Zeitgeschichte ist rechtsmäßig, urteilte der BGH in diesem konkreten Fall.

Ganz geheuer ist Sixt die Anzeige anscheinden mittlerweile selbst nicht mehr. „Wir werden auf Herrn Mollath zugehen und ihm ein Honorar anbieten, mit dem er zufrieden ist“, so Elsner. Dass Mollath vorher nicht gefragt wurde begründet er im Nachhinein mit dem Termindruck bei der Anzeigenveröffentlichung.

 

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