Umbau des Hotel Herzog-Wilhelm Orient Express: Schlafen wie bei Agatha ChristieSchlafen wie bei Agatha Christie

Hotelchef Christian Fahrngruber baut sein Hotel um. Bilder aus dem Münchner Orient-Express. Links: ein Original-Plakat mit Werbung für den Orient-Express. Foto: Daniel von Loeper

Das Hotel Herzog-Wilhelm am Sendlinger Tor wird umgebaut – im Stil des Orient-Express.

München – Ärgerlich, wenn man in den Orient-Express steigt und kein Abteil bekommt. So geht es zumindest der berühmten Figur von Agatha Christie, dem Detektiv Hercule Poirot, als er zu Beginn des Krimis „Mord im Orient-Express“ den bekannten Zug von Paris nach Konstantinopel betritt. Wäre Poirot keine Figur der 1930er Jahre, sondern in der Jetztzeit unterwegs, könnte man ihm zurufen: Buchen Sie sich doch statt dem Zugabteil ein Zimmer in München. Denn den Orient-Express gibt es auch bald hier in der Stadt – als Hotel.

Die Idee dazu hatte die alteingesessene Hoteliersfamilie Fahrngruber. Seit drei Generationen führt sie das Hotel Herzog-Wilhelm an der gleichnamigen Straße nahe des Sendlinger Tors. „Das Haus war renovierungsbedürftig“, erklärt Hotel-Chef Christian Fahrngruber. Also dachte er sich: Warum nicht das Hotel im Stil des berühmten Zugs umgestalten?

Die Deko kommt von Original-Haltepunkten des berühmten Zugs

Eines der sechs Stockwerke des Hotels ist bereits umgebaut – während des laufenden Betriebs. Dazu kommen zwei Probezimmer, mit denen die Fahrngrubers erst einmal ausprobiert haben, ob es überhaupt klappt, ein normales Hotelzimmer in ein Zugabteil zu verwandeln.

Auch der echte Orient-Express machte Halt in München.

Dafür braucht man ein Händchen für Details, erklärt Andreas Neuner, der für die Planung verantwortlich ist: „Die Materialien, die wir verwenden, kommen aus den Orten, an denen der Orient-Express früher gehalten hat.“ So findet man in den Zimmern Verzierungen und Ausstattungsstücke, die so oder so ähnlich auch in dem berühmten Zug hätten stehen können.

Wer die Gänge entlanggeht, reist in Bildern bis nach Istanbul

Detailtreue ist auch in anderen Bereichen wichtig: Statt Schlüssel wird es Zugtickets geben, die Hotelangestellten werden wie Schaffner gekleidet sein. Die Flure sollen den Gast ebenfalls in eine Art Reisefieber versetzen. Der Kirchenmaler Marko Kardum gestaltet die Verbindungsgänge mit Motiven, die man entlang der Zugstrecke finden kann: Notre Dame etwa, die beeindruckende Kathedrale in Paris. Ein paar Schritte weiter fühlt man sich, als könnte man nach Konstantinopel blicken, die Stadt, die heute Istanbul heißt.

Für das Foyer hat sich Fahrngruber noch etwas Besonderes ausgedacht. Das Thema Zug ist auch hier wichtig, nur der Ort wechselt: Denn der Eingangsbereich des neuen Hotel Herzog-Wilhelm soll der Grand Central Station in New York nachempfunden werden: „Ich bin vergangenen Dezember extra dorthin gereist, um mir das anzuschauen.“ Wenn das Foyer fertig ist, wird es wie der amerikanische Bahnhof im Art Deco Stil sein. Noch muss im Hotel aber etwas gewerkelt werden. „Ich rechne damit, dass wir im März oder April fertig sind“, sagt Fahrngruber. Na dann: Gute Fahrt!

 

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