Christopher Street Day Programm: Das sind die Höhepunkte der Pride Week in München

Das Duo Honett macht am Donnerstag Musikkabarett. Foto: Veranstalter

An diesem Samstag startet das bunte Programm um den Christopher Street Day. Von Kabarett über Stadtführung und Picknick bis zur großen Parade: der Überblick.

 

München -  Wer nicht nachdenkt, ruft heuer beim CSD-Motto „Gleiche Rechte - gegen Rechts“ womöglich aus, jetzt hätten DIE doch, was sie wollen: Ehe für alle! Aber das ist nur ein Thema, das die LSBTI-Community (Lesbisch, Schwul, Bi, Transsexuell/Transgender, Inter) umtreibt: Denn Kinder gemeinsam großzuziehen, ist für gleichgeschlechtliche Paare ungleich schwerer als für heterosexuelle. Auch geflüchetete Menschen haben nicht diesselben Rechte wie Deutsche. Und immer noch gibt’s Hass gegen Homosexuelle.

Deshalb ist der CSD mehr als eine bunte Party: Er ist ein politisches Statement, bietet Konzerte, Lesungen, Diskussionen in der Pride Week, die diesen Samstag startet und am Wochenende darauf mit der großen Parade am 15. Juli ihren fulminanten Abschluss findet.

Hier gibt’s den Überblick über die Höhepunkte der CSD-Woche, nicht nur für LGBTIs

Das Programm am Samstag, 8 Juli

15 bis 23 Uhr: Das lesbische Angertorstraßenfest ist das einzige lesbische Straßenfest Münchens und nicht nur deshalb eine bunt-fröhliche Party. Musik, Tanz und Unterhaltung kommt ausschließlich von Frauen, es sind aber auch Männer willkommen.

Ab 17 Uhr: Auf dem Rindermarkt wird bei Love, Beats and HappyBass gegen Nationalismus und Hass angetanzt.

21 Uhr: Im Viehhof-Kino wird der Film „Pride“ von Regisseur Matthew Warchus gezeigt. Im Biergarten tritt bereits um 18 Uhr die Travestie-Künstlerin Chapeau Claque auf.

Das Programm am Sonntag, 9. Juli

14 bis 18 Uhr: Auf dem Gärtnerplatz macht der Verein LesMamas auf die Benachteiligung von Regenbogenfamilien aufmerksam. Es wird gepicknickt und gespielt.

11.30 Uhr: Auf der großen Freitreppe im Schmuckhof des Botanischen Gartens treten eine Stunde lang mehrere LSBTI-Chöre auf.

19 Uhr: Im Alten Rathaussaal spielen vier Musiker der Münchner Philharmoniker das Reiter-Quartett von Joseph Haydn und das Quartett Nr. 1 des britischen Komponisten Ralph Vaughn Williams. Davor und danach ist das Rainbow Sound Orchestra Munich unter Alexander Strauch zu hören. Es spielt Werke von Sibelius, Britten und Hans Werner Henze, aber auch „Rise like a Phoenix“ von Conchita Wurst. Restkarten zu 22 Euro an der Abendkasse.

Das Programm am Montag, 10. Juli

21.15 Uhr: Im Atelier-Kino wird der Film „Rainbow on Tour“ gezeigt, der kreative und friedfertige Protestler in der Ukraine kurz vor der KiewPride 2016 begleitet. Danach gibt’s eine Debatte.

Das Programm am Dienstag, 11. Juli

19 Uhr: Unterhalb vom Monopteros sind Menschen jedweder Colour und sexueller Orientierung zum Picknick eingeladen. Jeder bringt was mit und dann wird geteilt, getauscht und geratscht.

Das Programm am Mittwoch, 12. Juli

19 Uhr: Schlagworte wie „Genderwahnsinn“ und „Gender- Mainstreaming“ tauchen immer öfter in der öffentlichen Diskussion auf. Wie ist dieses Phänomen zu erklären? Was kann man dem entgegen? Darüber diskutieren Experten im Stadtmuseum.

Das Programm am Donnerstag, 13. Juli

15.30 Uhr: Thomas Niederbühl ist seit 1996 Stadtrat der Rosa Liste und zeigt seinen Arbeitsplatz bei einer Rathausführung mit Gästeführer Georg Reichlmayr. Treffpunkt ist am Fischbrunnen.

20 Uhr: Die Schauspielerin Mona Oswald und der Pianist Robert Florian Daniel suchen als Duo Honett in ihrem Kabarettprogramm „Entschuldigung, ich möchte nicht unhöflich sein, aber...!“ nach Worten, für die es manchmal keine gibt. Karten zu 10 Euro für den Benefizabend an der Abendkasse der Münchner Aidshilfe, Lindwurmstraße 71.

Das Programm am Freitag, 14. Juli

18 Uhr: Ein Rundgang führt zu den Orten der Verfolgung von Homosexuellen im Nationalsozialismus. Zudem geht’s zu Orten, die für das schwule Leben in München von Bedeutung waren und an die heute nichts mehr erinnert. Die zweistündige Führung ist kostenlos, Spenden für den Verein Homosexualität München werden erbeten. Treffpunkt ist am Karl-Heinrich-Ulrichs-Platz.

20 Uhr: Homo, hetero – jetzt erst recht und sowieso: Linner und Trescher improvisieren Szenen zu politisch korrekten und inkorrekten Stichworten in der Einsteinstraße 42. Karten zu 18 Euro % 420 957 7300.

Das Programm für Samstag, 15. Juli

An diesem Tag wird in der ganzen Innenstadt ab 14 Uhr gefeiert.

Offizieles Album zum Christopher Street Day: "House of Pride"

Die queere Community in Deutschland verbündet sich. Zum ersten Mal tun sich die PRIDE-Veranstaltenden zusammen und veröffentlichen das offizielle Album zum Christopher Street Day (CSD) inklusive der ersten gemeinsamen Hymne! "Beautiful Ones" von Hurts wurde von den großen deutschen CSDs ausgewählt und überzeugt sowohl musikalisch, als auch mit seiner eindeutigen Botschaft.

"Der neue Sampler besteht aus 40 sommerlichen und tanzbaren Titeln, die allesamt der queeren Community bekannt und dieses Jahr bestimmt auf vielen CSDs zu hören sein werden“, erläutert Monique King vom CSD Berlin. "Es war uns wichtig, dass die Musik Spaß macht – aber auch ein Statement ist.“

Und so mischen sich aktuelle Pop- & Dance-Hits aus den Charts von Chainsmokers, Kygo oder Alice Merton mit heutigen LGBTI*-Ikonen wie Lady Gaga, Betty Who oder Beth Ditto! Hinzu kommt das Who-is-Who der Dance-Szene: DJs wie Robin Schulz, Martin Garrix, Calvin Harris, Alle Farben, Wankelmut oder Bakermat ließen sich ihre Präsenz genauso wenig nehmen wie internationale Popstars á la Sia, Miley Cyrus, Gossip und natürlich Hurts mit der offiziellen Hymne. Sie alle zusammen sind im "House of Pride" (Sony).

 

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