Uli Maurer über die "Volle Halle" "Die Olympiahalle mutiert zum Hexenkessel"

2011 im Olympiastadion: Die EHC-Profis feiern mit den Fans nach Spiel gegen die Augsburger Panther. Foto: imago

Der EHC Red Bull trifft bei der „Vollen Halle“ auf Augsburg und Berlin. Im AZ-Interview erinnert sich Uli Maurer an das Event von 2011 und erklärt, warum die Veranstaltung für den Sport wichtig ist.

 

AZ: Herr Maurer, gleich nach Weihnachten steigen die zwei Eishockey-Events der „Vollen Halle“ gegen Augsburg und Berlin. Sie haben ja beste Erinnerungen an Spiele in der Olympiahalle.

ULI MAURER: Absolut! 2011 sind wir ja zum bisher einzigen Mal in die Olympiahalle umgezogen. Das war unbestritten eines der Highlights in meiner Karriere. Es gibt einfach so Dinge, die einem im Kopf hängen bleiben.

Sie sind ja nicht unbedingt als Tormaschine berüchtigt, doch damals war es Uli Maurer, der eines der Highlights setzte.

Mei, es ging ja gegen meinen Ex-Verein, die Augsburger Panther. Da sind Tore bekanntlich immer noch ein bisschen süßer. Zudem waren wir in Unterzahl – und dann treffe ich da. Als Tor war es jetzt nicht wirklich herausragend. Es war nicht so, dass ich drei Gegenspieler schwindlig gespielt und dann den Treffer des Jahres erzielt hätte. Die haben mir einfach zu viel Platz gelassen. Aber es kam halt alles zusammen. Wer auch immer sich das Drehbuch überlegt hat, hat es an dem Tag mit Uli Maurer gut gemeint. Das hat man, glaube ich, auch an meinem Jubel gesehen.

Haben Sie sich Ihren Sololauf noch mal angeschaut?

Selber nicht, aber man kommt ja im Moment gar nicht mehr drumherum. Bei den Heimspielen wurde die Szene in den letzten Wochen immer wieder auf dem Videowürfel gezeigt. Das macht schon Spaß. Und da ich der letzte Mohikaner der Mannschaft bin, die damals die Augsburger mit 5:0 abgeschossen hat, konzentriert sich da natürlich jetzt auch einiges auf mich.

Es wird auf jeden Fall ein Spektakel.

Definitiv. Die Olympiahalle ist als Eisstadion richtig cool. Die mutiert wirklich zu einem Hexenkessel, wenn da 10 000 Fans drin sind. Das ist für uns Spieler etwas Besonderes, aber auch die Fans werden es sicher nicht bereuen. Das Event ist für Eishockey in München sehr wichtig. Wir müssen ja immer noch um die Fans kämpfen, denn die Konkurrenz ist groß, wenn man in München das Freizeitangebot betrachtet. Und ich denke, dass jetzt zum Hockey-Halleluja auch Menschen in die Arena kommen werden, die sonst vielleicht mit Eishockey nicht so viel am Hut haben. Einige von denen werden sicher hängenbleiben und uns dann auch ins Olympia-Eisstadion folgen. Man muss den Zuschauern heute was bieten. Deswegen muss es in München auf lange Sicht auch ein neues Eisstadion geben. So toll unsere Halle ist, sie ist für viele Leute nicht mehr zeitgemäß. Die Ansprüche der Fans sind andere als vor 50 Jahren, als die Halle gebaut wurde.

Auch Oberbürgermeister Dieter Reiter hat sich für die Spiele angekündigt.

Ich finde das ein tolles Signal, denn man muss nicht drumherum reden: Egal wo, unser Sport kann nur wirklich funktionieren, wenn man mit der Stadt zusammenarbeitet. Wir brauchen München, und so wie ich das sehe, braucht München auch Eishockey. Daher begrüße ich es sehr, wenn der Oberbürgermeister kommt. Wir müssen ein Sport für Fans, aber auch Familien sein.

Wird die Familie Maurer auch im Stadion sein?

Ja, ich habe mich für beide Partien gut mit Tickets eingedeckt. Auch die Familie meiner Frau kommt extra aus dem Sauerland. Auch die wollen sich das nicht entgehen lassen.

Und Ihre kleine Tochter Hanna?

Die ist natürlich auch live dabei. Sie ist schon ein richtiger Eishockey-Fan. Auch die Lautstärke stört sie gar nicht. Und wenn es mal nicht so spannend sein sollte, kann sie da auch ganz entspannt einschlummern. Ich nehme sie seit einem Monat jetzt auch nach den Spielen mit aufs Eis. Am Anfang habe ich mich das noch nicht getraut, da wirkte sie noch so zerbrechlich. Da habe ich mich nicht wohlgefühlt, aber jetzt sind wir beide nach den Spielen auf dem Eis. Ein echtes Vater-Tochter-Erlebnis.

 

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