Überzeugendes Trio Goretzka, Thiago, Kimmich: Bayerns neuer Mittelfeld-Dreizack

Bayerns magisches Dreieck: Die Mittelfeld-Asse Joshua Kimmich, Leon Goretzka und Thiago (von links) brillieren – Schalke 04 bekam es bei der 0:5-Pleite schmerzhaft zu spüren. Foto: Rauchensteiner/Augenklick (2), imago images/Revierfoto

Thiago, Joshua Kimmich und Leon Goretzka bilden beim FC Bayern im Moment ein magisches Dreieck – da kommen Erinnerungen an andere Dreigestirne auf: Vom VfB Stuttgart bis zum FC Barcelona.

 

München - Beim VfB Stuttgart wirbelte das Trio Giovane Elber, Fredi Bobic und Krassimir Balakow in den 1990er Jahren derart spektakulär in der Offensive, dass Fans und Experten bald nur noch vom "magischen Dreieck" sprachen.

Wahrlich magisch war auch das, was Xavi Hernández, Andres Iniesta und Sergio Busquets in ihrer Hochphase beim FC Barcelona zeigten, Mittelfeldspiel in Perfektion, nicht zu greifen für den Gegner, ein Augenschmaus für den Betrachter.

So brillieren Kimmich, Thiago und Goretzka im Bayern-Mittelfeld

Ob der neue Dreizack des FC Bayern auch in diese Sphären vordringen kann? Hoffnung gibt es jedenfalls. Denn ein solch überzeugendes Trio wie jüngst im Spiel gegen Schalke hat man bei den Münchnern schon länger nicht bestaunen dürfen.

Joshua Kimmich gab den souveränen Sechser, davor brillierten Thiago und Leon Goretzka als kreative Spielgestalter und Torschützen. Alles war im Fluss, alles passte. Besonders Goretzka agierte so stark, dass er sich Lobeshymnen verdiente. "Natürlich spielst du einen anderen Fußball, wenn du selbstbewusst bist. Das hat man nicht nur bei mir gesehen, sondern bei der ganzen Mannschaft", sagte der 24-Jährige, der ein Seitfallzieher-Tor erzielte und Thomas Müllers Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0 überlegt per Kopf vorbereitete.

Huub Stevens: Sonderlob für Leon Goretzka 

"Er hat der Mannschaft das gewisse Extra gegeben und Verantwortung übernommen", schwärmte Sportdirektor Hasan Salihamidzic. Und der frühere Schalke-Trainer Huub Stevens meinte bei "Sky90", dass Goretzka "hervorragend" gespielt habe. "Wir dürfen nicht vergessen, dass Coutinho auf der Bank saß."

Doch der Brasilianer Philippe Coutinho, Bayerns potenziell größter Magier im Team, verfügt speziell im Pressingverhalten nicht über die Qualitäten eines Goretzka. Dieser könne das, so Stevens, "viel besser". Die "SZ" nannte Goretzka passenderweise "Auslöser der Lawine".

Unter Trainer Hansi Flick hat sich die Intensität und Schnelligkeit im Bayern-Spiel deutlich erhöht, ein dynamischer Typ wie Goretzka profitiert von dieser Ausrichtung. Zudem genießt der deutsche Nationalspieler nun das volle Vertrauen seines Trainers, unter Vorgänger Niko Kovac fand er sich auch mal auf der Ersatzbank wieder.

Für Vorzeigeprofi Kimmich zählt nur die Spitze

Dass Goretzka besonders mit DFB-Kollege Kimmich harmoniert, war aber auch schon unter Kovac zu erkennen. Die beiden Spieler des Jahrgangs 1995 sollen zum Gerüst der bayerischen Zukunftself gehören, sie haben Großes vor. Es sei klar sein Ziel, "mit Bayern eine Ära zu prägen – mit dem ganz großen Ziel, die Champions League zu gewinnen", sagte Kimmich gerade erst dem "Kicker".

Dass er dabei einen Wechsel ins Ausland nicht grundsätzlich ausschloss, weil er abwarten will, wie sich sein aktueller Klub entwickelt, ist ehrlich und nachvollziehbar. Für Kimmich zählt nur die Spitze, dank seiner Leistungen kann er solche Ansprüche formulieren.

Thiago muss sich anpassen - und greift an

Bei Flick ist Kimmich die Nummer eins im Mittelfeldzentrum, Thiago muss sich anpassen. Und der Spanier nimmt diese Rolle offenbar an, wie seine Auftritte in der Rückrunde zeigen. "Es funktioniert sehr gut, sie sind beide sehr kreativ, diszipliniert, sie teilen sich die Arbeit auf", sagte Salihamidzic. "Es macht richtig Spaß, den beiden zuzuschauen."

Stimmt! Coach Flick wird sich über diese Entwicklung freuen, doch er dürfte schon bald wieder ins Grübeln kommen. Schließlich drängt Serge Gnabry zurück in die Startelf, in wenigen Wochen auch Kingsley Coman. Der zuletzt herausragende Thomas Müller wird dann wieder ins Zentrum rücken und dort einen Platz beanspruchen. Was das für Bayerns Mittelfeld-Dreieck bedeutet? Nun, magisch wird es bleiben – aber wohl nicht ewig existieren. 

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