Überraschender Geldsegen Tunnel im Englischen Garten: Bund gibt Millionen-Spritze

So soll der Tunnel die Autos unter den Park bringen. Foto: Grub+Lejeune

Überraschend kommt jetzt auch aus Berlin Geld für die Röhre durch den Park.

 

München - Herrmann Grub ist ein zurückhaltender, höflicher Mann. Doch am Freitagmittag überschlägt sich am Telefon seine Stimme vor Begeisterung. Von der AZ hört er, dass der Tunnel durch den Englischen Garten in ein Förderprogramm des Bundes aufgenommen wurde. "Wahnsinn!", ruft der Initiator des Projekts immer wieder. "Wahnsinn! Das ist eine ganz tolle Auszeichnung!"

Der Bund nimmt den Tunnel ins Förderprogramm "Nationale Projekte des Städtebaus 2017" auf. Berlin hat zugesagt, sich mit 2,67 Millionen Euro an den Planungskosten zu beteiligen.

OB Dieter Reiter (SPD) erklärte am Freitag: "Das sind gute Nachrichten für das Tunnelprojekt. Die Wiederherstellung eines der weltweit angesehensten innerstädtischen Landschaftsparks schließt alte Wunden und trägt zu mehr Lebensqualität für die Menschen in der Stadt bei."

Er freue sich, dass nach dem Freistaat nun auch der Bund das Projekt unterstütze. "Das ist vor allem ein Lob an die Bürger, die sich mit viel Energie für das Projekt eingesetzt haben und das immer noch tun", sagte Reiter.

Ein Lob für Hermann Grub und seine Frau Petra Grub-Lejeune. Das Schwabinger Architekten-Ehepaar wirbt seit Jahren für ihr Projekt – und um private Spender. 5 Millionen Euro würden sie gerne zusammenbekommen.

"Die Wiedervereinigung des Englischen Gartens rückt näher"

Bei der Stadt gilt eine hohe Spendensumme aus der Wirtschaft inzwischen gar nicht mehr als entscheidend für die Verwirklichung des Bauprojekts. Von den 120 Millionen Euro Gesamtkosten soll der Freistaat 30 Millionen tragen.

Der Staatssekretär im Bundesbauministerium, Florian Pronold (SPD), saß der Berliner Jury vor, die sich entschied, die 400-Meter-Röhre zu fördern. "Wir zeichnen Projekte aus, deren Strahlkraft über ihren Ort hinausgeht", sagte Pronold am Freitag der AZ. "Ich bin sehr froh, dass Dieter Reiter mit dem Freistaat so weit gekommen ist, dass es jetzt eine Realisierungschance für dieses fantastische Projekt gibt – und wir den Tunnel fördern können."

Viele Menschen wüssten gar nicht, wie groß der Englische Garten sei. "Die Wiedervereinigung wird ein Meilenstein für die Stadtentwicklung", sagte Pronold. Bürgermeister Josef Schmid (CSU) erklärte: "Die Wiedervereinigung des Englischen Gartens rückt immer näher. Es wächst zusammen, was zusammengehört." Der Stadtrat soll sich noch vor der Sommerpause erneut mit dem Tunnel beschäftigen.

 

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