Übergriff in S-Bahn Erfolgreiche Fahndung: Lehrer erkennt mutmaßlichen Sextäter

, aktualisiert am 02.06.2017 - 12:21 Uhr
Dieses Foto stammt von einer Überwachungskamera. Foto: Bundespolizei

Mit Bildern einer Überwachungskamera fahndet die Bundespolizei nach einem Mann, der eine Frau in der S-Bahn sexuell belästigt und bedrängt hat - und hat Erfolg.

 

Wolfratshausen - Der Druck wurde offenbar zu groß: Nachdem die Bundepolizei öffentlich mit Aufnahmen einer Überwachungskamera nach einem Mann wegen sexueller Belästigung gesucht hatte, stellte sich der Tatverdächtige wenig später bei der Polizei in Kaufbeuren.

Nachdem am Donnerstagvormittag Bilder des Mannes im Internet zu sehen waren, konnte eine Mitarbeiterin des Jugendamts Wolfratshausen und ein ehemaliger Lehrer des Mannes den Tatverdächtigen identifizieren. Das Jugendamt informierte die Leitung einer betreuten Unterkunft im Ostallgäu, in welcher der mutmaßliche Sextäter derzeit lebt.

Am Nachmittag dann begleitete ein Betreuer der Unterkunft den Tatverdächtigen zur Polizeiinspektion. Zur Tat wollte sich der Mann, der laut Polizei in der Vergangenheit bereits wegen ähnlicher Delikte auffällig war, zunächst nicht äußern. Er wollte dies erst mit einem Rechtsanwalt besprechen.

Der Vorfall im Detail

Die Tat ereignete sich am Morgen des 22. April am S-Bahnhof von Wolfratshausen, der Endstation der S7. Ein bislang unbekannter Mann bedrängte eine 56 Jahre alte Frau in der S-Bahn – die Bundespolizei sucht nun nach weiteren Zeugen, die Angaben machen können.

Gegen 6:15 Uhr kam der Mann am Bahnhof in Wolfratshausen mit einer bislang unbekannten Frau (blaue Jacke, Jeans, braune Tasche, graues Haar) ins Gespräch. Gemeinsam stiegen sie in die S-Bahn, kurze Zeit später verließ der Mann den Zug allerdings wieder und hielt sich anschließend am Bahnsteigende auf. Die Polizei bittet die Unbekannte, sich bei ihr zu melden, um Angaben zum Verdächtigen machen zu können.

Etwa zehn Minuten später traf eine 56Jahre alte Frau am Bahnsteig ein. Wie schon bei der Unbekannten zuvor kam der Mann dort mit der Frau ins Gespräch. Wenig später verließ sie den Bahnsteig allerdings wieder, nur um rund zehn Minuten darauf in die nächste S7 in Richtung München zu steigen. Kurz danach betrat der Verdächtige ebenfalls die S-Bahn.

Aussagen der 56-Jährigen zufolge habe sich der Tatverdächtige ihr in der Bahn gegenüber hingesetzt und erneut versucht, ein Gespräch zu beginnen. Dazu haben er sie an Händen und Knie berührt – wenig später habe er sogar versucht, sie auf den Mund zu küssen. Die Frau wehrte sich, hoffte auf Hilfe und rief mehrmals laut "Nein". Doch obwohl noch andere Personen in der S-Bahn waren, schritt niemand ein.

Und der Mann wurde noch aufdringlicher. "Als sie dann von ihren Stricksachen aufgesehen habe, habe der Mann bereits sexuelle Handlungen an sich vorgenommen", berichtet die Bundespolizei in ihrer Mitteilung.

Daraufhin sei sie sofort aufgestanden und habe mehrmals laut gerufen, dass sie die Polizei alarmieren werde. Danach ging sie zwei Abteile weiter und setzte sich zu einem Mann, dem sie vom Vorfall erzählte. An der Haltestelle in Ebenhausen-Schäftlarn verließ der Verdächtige dann die S-Bahn.

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