Übergangspräsidium: "Noch Vertrag" Des Löwen Zweckehe: Poschner bleibt

Bastelt am 1860-Kader für Coach Torsten Fröhling: Sportchef Gerhard Poschner (rechts) wurde erst gebremst, und jetzt soll er sich sputen. Foto: dpa

Das Not-Präsidium um Schneider und Bay bestätigt die Weiterbeschäftigung von Sportchef Poschner, lässt aber seine ablehnende Haltung durchblicken. "Wir müssen nicht miteinander kuscheln."

 

München - Sie hatten die Reise aus München ins beschauliche Bodenmais angetreten, um ein für allemal Klarheit zu schaffen. Sigi Schneider und Karl-Christian Bay, beide im Notpräsidium des TSV 1860, sprachen im Trainingslager über die Zukunft der Löwen.

Und damit hauptsächlich über einen Mann. Resultat: Der Mann darf bleiben.

"Stand jetzt", sagte Bay, "werden wir mit Gerhard Poschner weitermachen. Er hat jetzt die Chance, die Dinge anders zu machen."

Und Schneider, der Anfang Juni öffentlich einen Rücktritt dem umstrittenen Sportchefs gefordert hatte, meinte: "Er hat noch Vertrag. Wir müssen ja nicht miteinander kuscheln."

Beide machten keinen Hehl daraus, dass sie Poschner lieber losgeworden wären. "Es gibt Rechte, die man hat, und es gibt Zwänge", sagte Bay. Wohlwissend, dass Poschner von Investor Hasan Ismaik und dessen Statthalter Noor Basha gestützt wird und eine hohe, ohne Ismaik kaum zu stemmende Abfindung einstreichen würde.

Ein verärgerter Schneider las prompt eine von ihm am Montag verfasste E-Mail an Poschner vor: "Lieber Herr Poschner, auch wenn ich Verständnis habe, dass Sie eine schnelle Entscheidung wollen/brauchen, kann und will ich diese Entscheidung nicht vor und ohne Kenntnis des Gesamt-Tableaus treffen. Ich werde morgen mit Torsten Fröhling telefonieren. Danach kann und werde ich mit Herrn Bay entscheiden. Vielleicht können Sie den Spieler auf die Sach- und Zeitzwänge hinweisen und um Aufschub bitten."

Hoogland konnte nicht warten, ging zum VfL Bochum. Poschners Transfer-Wunschzettel und Schneiders Gespräch mit Fröhling hätten aber dafür gesorgt, dass Schneider und Bay ihr "grundsätzliches Okay" zu den weiteren Transfers gegeben haben.

Somit dürfte sich bald was tun, Schneider spricht von "tollen Namen" auf der Liste. Und sagt: "Das Ziel muss sein: die Mannschaft bestmöglich auf die neue Saison vorbereiten."

Für Poschner geht es also weiter. Auch, wenn seine Anstellung in den Augen der (Übergangs-)Löwen-Bosse einer Zweckehe gleicht.

 

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