Über Krise und Ziele Angelique Kerber: "Der Druck ist anders"

Angelique Kerber und Generali-Boss Giovanni Liverani (linkes Foto) - und mit vollem sportlichen Einsatz auf dem Court. Foto: Generali,dpa

Angelique Kerber über die Last der Nummer eins, ihre Formkrise, ihre Ziele für die French Open in Paris und das neue Album von Schlagerstar Helene Fischer: "Da gibt es einige Lieder, die mich pushen werden."

 

München - Kurz vor Beginn der French Open in Paris hat die Weltranglistenerste Angelique Kerber als neue Markenbotschafterin des Unternehmens Generali mit einer Online-Kampagne für ein aktives und gesundheitsbewusstes Leben geworben. Sie sagt: "Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es vor allem die kleinen Schritte sind, die entscheiden."

In Paris möchte sie nun einen weiteren Karriereschritt gehen.

Angelique Kerber über...

...ihre Oberschenkelverletzung: "Ich bin wieder voll gesund, habe mir nach dem Turnier in Rom auch wieder etwas Zeit genommen, war eine Weile zuhause, um mich in Ruhe auf die French Open, das letzte Sandplatzturnier, so gut wie möglich vorzubereiten. Jeder weiß, dass Sand nicht mein Lieblingsbelag ist. Dennoch bin ich guter Dinge."

...ihre derzeitige Formkrise: "Die letzten Monate waren nicht so, wie ich es mir gewünscht hätte, aber ich habe in dieser Zeit unheimlich viel über mich selbst gelernt. Der Druck als Nummer 1 ist einfach anders. Es wird mir viel mehr auf die Finger geschaut. Aber an dieser Situation wachse ich auch. Das war immer mein Ziel: mich bei jedem Turnier zu verbessern. Ich hatte im letzten Jahr einfach nicht die Zeit, das alles zu verinnerlichen, mir neue Ziele zu setzen. Aber jetzt weiß ich, was ich vorhabe."

...das Jahr 2016: "Das war natürlich das beste Jahr meiner Karriere. Aber viele vergessen, dass ich heute vor einem Jahr nicht viele Matches auf Sand gewonnen und in Rom, Madrid und Paris in der ersten Runde verloren habe. Deswegen mache ich kein Drama aus der jetzigen Situation. Wenn keiner mit mir rechnet, kann ich vielleicht erst recht zuschlagen. Aber der Druck ist natürlich viel größer als letztes Jahr. Den kann ich halt nicht wegzaubern."

...ihr Verhältnis zur Nummer eins: "Man muss lernen, mit der Zahl umzugehen. Man wird viel mehr wahrgenommen, hat bei den Turnieren viel mehr zu tun, muss sich den Tagesablauf ganz anders zusammenstellen. Aber die Nummer 1 ist da, und die wird mir auch nie wieder jemand nehmen können. Diese Euphorie ist immer noch in mir drin. Auch wenn es jetzt ein-, zweimal nicht so läuft, habe ich dennoch so viel für das deutsche Tennis und das Tennis in der Welt getan. Aber am Ende ist es wirklich nur eine Zahl vor meinem Namen."

...ihre Ziele: "Ich musste in den letzten Wochen und Monaten wieder meine Leidenschaft, meine Motivation finden. Ich habe so viel erreicht, aber ich kann noch so viel mehr erreichen. Dieses Gefühl, mit dem Pokal in der Hand auf dem Platz zu stehen: Dafür lebe ich. In Paris kann es nun nur besser werden, weil im letzten Jahr nach Runde eins Schluss war. Ich gehe da nicht mit megagroßen Erwartungen an den Start, aber manchmal ist es auch besser, unterschätzt zu werden. Am Ende des Jahres will ich natürlich ganz oben stehen."

...ihre Willensstärke: "Das zeichnet mich seit vielen Jahren aus. Ich habe schon viele Aufs und Abs überstanden, weiß, wie sich das anfühlt und dass man aus einem Tief wieder stärker heraus kommt.“"

...Helene Fischers neues Album: "Hab’ ich schon, gefällt mir. Da gibt es einige Lieder, die mich pushen werden. Ich glaube, dass Musik Sportlern hilft. Mir war und ist es sehr wichtig, mit Musik Freude und Leidenschaft zu bekommen. So startet das Match schon, bevor ich auf den Platz gehe."

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