Über 100 Vergehen Deggendorf: Ex-Priester schweigt im Missbrauchsprozess

Der angeklagte ehemalige Priester (2.v.r.) steht im Gerichtssaal des Landgerichts in Deggendorf neben seinem Verteidiger Bruno Fuhs (r.). Foto: Armin Weigel/dpa

Er saß bereits wegen sexuellen Missbrauchs für mehrere Jahre im Gefängnis. Jetzt muss sich ein früherer Priester in Deggendorf erneut vor Gericht verantworten. Dort schweigt er.

Deggendorf - Der Missbrauchsprozess gegen einen ehemaligen Priester ist am Mittwoch vor dem Landgericht Deggendorf mit der Verlesung der Anklageschrift fortgesetzt worden.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 53-Jährigen vor, seit Mitte der 1990er Jahre fünf Buben bei insgesamt mindestens 100 Gelegenheiten sexuell missbraucht zu haben. Außerdem soll er versucht haben, eine 18-Jährige zu vergewaltigen. Eine Vielzahl der Übergriffe wertet die Staatsanwaltschaft als schweren sexuellen Missbrauch. Der aus Wuppertal stammende Angeklagte schwieg zu den Vorwürfen.

Zum Prozessauftakt am Montag hatte die Anwältin eines der Opfer beantragt, die Öffentlichkeit bereits während der Verlesung der Anklageschrift auszuschließen. Der Vorsitzende Richter Thomas Trautwein lehnte den Antrag am Mittwoch unter anderem wegen des hohen öffentlichen Interesses an der Aufarbeitung von sexuellen Straftaten Geistlicher ab. Der Prozess wird am 9. Januar fortgesetzt.

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