U-Bahn-Brand Münchner Freiheit "Brennender Holzsteg die Ursache?"

Der Feuerwehreinsatz an der Münchner Freiheit Foto: Daniel von Loeper

"Brennende Holzstege setzen U-Bahn außer Betrieb! Was soll das?": CSU-Stadträte fordern nach dem Feuerwehreinsatz vom Mittwoch Aufklärung. Die MVG bezieht Stellung.

 

Schwabing - Nach dem Feuerwehreinsatz am Mittwoch in der U-Bahnröhre zwischen Münchner Freiheit und Giselastraße fordert die CSU-Fraktion im Stadtrat Aufklärung.

Wie es sein könne, dass ein brennender Holzsteg die U-Bahn außer Betrieb setze, wollen der CSU-Fraktionschef Josef Schmid und sein Stellvertreter Georg Kronawitter wissen.

Gott sei Dank sei niemand zu Schaden gekommen, heißt es in ihrem Antrag. "Allerdings kann im Jahre 2014 nicht mehr hingenommen werden, dass ein brennender Holzsteg, also offenbar ein reguläres Ausstattungsteil, die Ursache war." Es handele sich bei diesem Holzsteg "offenbar um einen der Laufstege, über die die Mitarbeiter die Schächte betreten, um Wartungen vorzunehmen", schreiben die CSU-Stadträte. "Diese Stege sind bei den S-Bahnabstellanlagen schon seit Jahrzehnten aus Metall, das heißt aus Gitterrosten.

Die CSU-Fraktion will nun wissen: 

1. "Welche Funktion haben diese Stege in den U-Bahnbauwerken? Handelt es sich dabei um Wartungsstege für Mitarbeiter?

2. "Was war die genaue Ursache des Brandes"

3. "Wenn der Brandauslöser ein elektrischer Defekt gewesen sein sollte: Gibt es keine Schutzschaltungen, die dies hätten verhindern können?"

4. "Wie alt war der brennende Holzsteg? Noch aus der Bauzeit des U-Bahntunnels 1968 folgende?"

5. "Warum gibt es überhaupt noch Roste aus brennbaren Materialien in den unterirdischen U-Bahn-Bauwerken? Gibt es hierzu eine Stellungnahme der Branddirektion?"

6. "Wann war die letzte Brandschau durch die Münchner Branddirektion?"

7. "Was lernt die SWM aus diesem Vorfall?" 

Die MVG nimmt zu der Anfrage Stellung und teilt mit:

"Die Stege sind üblicherweise aus Holz, um sie bei Bedarf schnell und leicht – auch von Hand, also ohne größere Baumaschinen, für die im U-Bahntunnel kein Platz ist –  entfernen zu können, etwa für Bauarbeiten oder um schnell an die häufig darunter geführten Kabel heranzukommen. Wegen der Kabelkanäle muss die Abdeckung auch dicht sein; es darf sich darin kein Unrat sammeln. Insofern kommen Gitterroste hierfür nicht in Frage. Nachdem es schon den ein oder anderen vergleichbaren Fall gab, bei dem eine Holzkonstruktion entflammt ist, haben wir uns zwischenzeitlich um einen geeigneten und für die Nutzung im U-Bahntunnel zugelassenen Ersatzwerkstoff bemüht, nämlich Leichtbeton. Es wurde auch mit dem Austausch erster Stege begonnen. Allerdings zeigte sich hier noch Optimierungsbedarf, an dem gearbeitet wird. Die Erneuerung geht grundsätzlich nicht von heute auf morgen, weil es sehr viele Stege gibt und wir nur in der kurzen Nachtruhe der U-Bahn überhaupt ein Zeitfenster für entsprechende Arbeiten haben."  

 

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