Vor 14 Jahren lief die letzte Folge der Kult-Serie "Sex and the City". Der BR zeigt jetzt die Eigenproduktion "Servus Baby", die das Münchner Gegenstück sein soll. Eine Kritik.

Lange ist es her, dass Millionen Fans Abschied von Carrie, Samantha, Charlotte und Miranda nehmen mussten. 2004 flimmerte die letzte Folge von "Sex and the City" über die Fernsehbildschirme. Nach den beiden Filmen war dann endgültig Schluss. Jetzt, 14 Jahre nach Ausstrahlung des Serienfinales, zeigt das Bayerische Fernsehen eine neue Mini-Serie. Die ist "ein bisschen wie 'Sex and the City' - allerdings nicht in New York, sondern in München", verspricht der Münchner Sender.

"Servus Baby" handelt von den vier Frauen Lou, Mel, Eve und Tati, die sich in ihren Dreißigern befinden und sich mit allerlei Problemen rumschlagen müssen: Lou wird an ihrem 30. Geburtstag plötzlich von ihrem Freund verlassen, mit dem sie sechs Jahre zusammen war und eigentlich eine Familie plante. Mel, die erst einmal in ihrem Leben verliebt war, sucht nach dem richtigen Mann für einen Orgasmus. Anders als sie, verliebt sich Freundin Eve ständig neu. Und Tati wünscht sich nichts sehnlicher als ein Baby. Das Problem: Sie hat nicht einmal einen Freund.

Die große Frage: Kann "Servus Baby" wirklich mit "Sex and the City" mithalten? Die ernüchternde Antwort: Leider nein.

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Südtirol statt Hamptons

Während man bei "Sex and the City" mit jedem der vier Hauptcharaktere mitfiebert, lernt man die vier Münchnerinnen während der gesamten Serie (vier Folgen) gar nicht wirklich kennen. Die Zeit – eine Folge dauert 30 Minuten – reicht dafür einfach nicht aus, obwohl sich jede Episode einer bestimmten Frau widmet.

Während sich in New York alles um Glamour dreht, die Damen stets topgestylt auf High Heels durch die Stadt stolzieren, scheinen sich die Münchner Pendants um diese Dinge keine Gedanken zu machen. Ein Wellness-Wochenende in Südtirol ist das einzige, was auch die vier Amerikanerinnen gemacht hätten – aber natürlich in den Hamptons, versteht sich.

Während in der Kult-Serie schamlos jedes noch so intime Körperteil in die Kamera gehalten wird, verhalten sich die bayerischen Frauen weitestgehend prüde, erinnern häufig an junge Mädchen in der Pubertät.

Während Samantha ihr Single- und Sex-Leben genießt und erst am Serien-Ende für ihre große Liebe Smith monogam wird, durchlebt Mel den Sinneswandel bereits in zwei Folgen und ändert ihren Lebensstil.

Amüsante Serie ohne wie SATC zu sein

Vom Original ist "Servus Baby" also weit entfernt. Eingefleischte "Sex and the City"-Fans sollten ohne die Erwartung, einen Ersatz für die ikonische Serie gefunden zu haben, in die 120 Minuten starten.

Nichtsdestotrotz ist es eine amüsante Serie, bei der man nach Ende einer jeden Folge den Drang verspürt, sich auch die nächste anzusehen. Für einen verregneten Sonntagnachmittag perfekt!

Ausstrahlungstermin von "Servus Baby" im BR

Noch vor der TV-Ausstrahlung sind nämlich alle vier Folgen bereits in der BR Mediathek abrufbar. Im BR Fernsehen ist "Servus Baby" erstmals und in voller Länge am Dienstag, 11. September 2018, ab 20.15 Uhr zu sehen. Ab 13. September werden die einzelnen Folgen an vier aufeinanderfolgenden Donnerstagen, jeweils 22.45 Uhr, noch einmal wiederholt.