TSV-1860-Wechsel Mugosa-Transfer: Aygüns erster Akt

Der neue Sportchef Necat Aygün hat seinen ersten Wunschspieler verpflichtet Foto: sampics/Augenklick

Mit dem Wechsel von Stefan Mugosa fädelt der neue Sportchef des TSV 1860 seinen ersten Deal ein. „Es ist mein Transfer“, sagt der Ex-Verteidiger. Der nächste Neue soll bald kommen: „Wir sind mittendrin“

 

München - Am Sonntag gab’s im Pressestüberl des TSV 1860 eine Premiere. Nicht nur, dass mit Stefan Mugosa die neue Sturm-Hoffnung vorgestellt wurde. Auch Necat Aygün nahm zum ersten Mal vor den Pressevertretern Platz. Locker-leger mit Jeans und dunkelblauem Hemd und frisch rasierter Glatze. Zum ersten Mal sprach er über seinen Job als neuer Sportchef der Löwen – wie lange auch immer er ihn ausüben darf.

„Es geht nicht um Positionen. Ich tue alles, dass ich dem Verein helfen kann“, sagte Aygün cool, denn er hatte gute Laune. Immerhin hatte der Deutsch-Türke mit der Mugosa-Verpflichtung zum ersten Mal bewiesen, dass er das auch kann. Der Ex-Lauterer ist sein erster Arbeitsnachweis – Aygüns erster Akt, sozusagen. Und das ganz getreu dem Motto: Erst die Arbeit, dann das Gesprächs-Vergnügen, denn vor seiner Transfer-Premiere hielt sich Aygün bedeckt und stand für keinerlei Gespräche zur Verfügung.

Seinen ersten verpflichteten Spieler schrieb er sich nun unmissverständlich auf die eigene Fahne: „Es ist mein Transfer“, sagte der 35-Jährige. Nach seinem Amtsantritt gab es große Spekulationen und auch eine tatsächlich überlieferte Aussage eines Spielerberaters, dass Sportchef-Vorgänger Gerhard Poschner auch nach seinem fristlosen Rücktritt in die zuvor begonnenen Verhandlungen mit dem Bremer Offensivspieler Ludovic Obraniak involviert sei. Die Löwen dementierten. Mit dem 23-jährigen Montenegriner Mugosa ist nun der erste Deal endlich fix. Aygün über die komplizierten Verhandlungen: „Kaiserslautern wollte ihn nicht hergeben. Wir haben uns lang bemüht und sind dementsprechend froh, dass es jetzt geklappt hat. Ausschlaggebend war der Wunsch von Mugosa, zu den Löwen zu wechseln.“

Und Aygün war es, der für die Umsetzung verantwortlich war. „Necat hatte die Idee. Er war schon letzte Saison unheimlich viel unterwegs, er hat viel vorbereitet. Und, auch nicht unwichtig: Er weiß, was ich will“, lobte auch Löwen-Trainer Torsten Fröhling den Ex-Scout. Fröhling bezeichnete die Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Löwen-Innenverteidiger im AZ-Interview als „super“, er lasse sich jeden Abend von Aygün telefonisch über dessen Schaffen auf Stand bringen. Der Trainer predigt eine enge Bindung zu Aygün und sagt: „Ich profitiere davon, wenn die Spieler auch kommen. Ich finde schon, dass ein Trainer miteinbezogen werden sollte. Er muss ja den Kopf hinhalten und mit diesen Spielern dann auch arbeiten. Die Spieler müssen ins Gefüge der Mannschaft reinpassen – auch charakterlich.“ Im Gegensatz zu Vorgänger Poschner, wo Neuverpflichtungen eher nach einem System auserkoren wurden, gelten nun die Überzeugungen des Duos Aygün und Fröhling.

Während mit dem Spanier Ilie Sanchez eines der letzten (erfolglosen) Poschner-Überbleibsel in seiner Heimat bei Probetrainings weilt und wohl bald einen Abnehmer findet, kann die Ära des Spanien-Liebhabers endgültig für beendet erklärt werden. Und Aygün arbeitet schon fieberhaft am nächsten Transfer: „Wir sind mittendrin“, sagte er. Mehr wird er wohl erst nach seinem zweiten Akt sagen.

 

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