TSV 1860 Vorletzter Fünf Gründe für den Absturz der Löwen

Friedhelm Funkel.. Foto: sampics / Stefan Matzke

Die Löwen liegen in der Rückrundentabelle auf Platz 17, Trainer Friedhelm Funkel holt im Schnitt weniger Punkte als sein Vorgänger Alexander Schmidt. „Du musst öfter dazwischengehen, auch mal zur Grätsche ansetzen“, fordert der Coach.

 

München -  Die Euphorie ist weg nach vier Spielen und zwei Punkten: Platz 17 in der Rückrunden-Tabelle für 1860! Wer trägt die Schuld am Absturz? Wurde die Mannschaft falsch zusammengestellt, wird sie von Friedhelm Funkel falsch aufgestellt – oder schafft es der 60-Jährige nicht, die Spieler richtig einzustellen?

Die Bilanz von Funkel ist jedenfalls recht ernüchternd. In 15 Spielen hat er 20 Punkte geholt – weniger als Vorgänger Alex Schmidt. Funkels Punktschnitt: 1,33 pro Spiel, im Vergleich dazu Schmidts: 1, 46.

Fünf Gründe, warum die Löwen derzeit so mies sind: Führungsspieler fehlen: Funkel hat das schon nach seinem Einstieg bemängelt, sagt jetzt: „In Kai Bülow und Dominik Stahl wachsen zwei in diese Rolle rein. Beide haben am Freitag gefehlt.“ Führungsspieler wurden in der Winterpause nicht verpflichtet. Die Neuen genügen dieser Anforderung nicht.

Die Löwen sind zu lasch: „Wir haben in den beiden Spielen nach der Winterpause nur eine Gelbe Karte bekommen. Das ist zu wenig“, sagt Sportchef Florian Hinterberger. Beleg: Mit 36 Verwarnungen ist der TSV 1860 die drittfairste Mannschaft der Liga. Auch Funkel vermisst die Härte. „Du musst öfter dazwischengehen, auch mal zur Grätsche ansetzen. Daran arbeiten wir.“ Fakt ist aber: Funkel ist seit mehr als fünf Monaten Trainer, hat es bisher nicht geschafft, der Mannschaft diese Tugenden einzuimpfen.

Keintorlöwen: 1860 ist nicht torgefährlich. Funkel hat zwar Yuya Osako geholt, der die Torgefahr deutlich erhöht, der Rest fällt aber deutlich ab. Funkel hat das System geändert, brachte zuletzt wieder zwei Stürmer. Ohne Erfolg. Für das Spiel am Samstag deutet alles darauf hin, dass Funkel zur Variante mit einem Stürmer zurückkehrt. Es wäre das Eingeständnis, dass fünf Wochen Vorbereitung in dieser Hinsicht umsonst waren.

Einstellungsproblem: Davon will Funkel nichts wissen, sagt: „Es gibt kein Einstellungsproblem.“ Am Samstag hatte sich das noch ganz anders angehört. als er über das Spiel in Ingolstadt sprach und seiner Mannschaft „herzlosen Fußball“ vorwarf. Tatsächlich versagen die Löwen immer dann, wenn es zur Sache geht. Das weiß auch Funkel: „Für ein Derby war das am Freitag zu wenig.“ Wie kann das sein?

Das Lauth-Problem: Der 32-Jährige wirkt wie ein Stürmer aus vergangenen Tagen, trifft nicht mehr, hat keine Chancen, hinkt konditionell hinterher. Bisher hat Funkel Lauth fast blind vertraut. Doch das Denkmal bröckelt. Das sieht auch Funkel, hat deshalb Osako geholt und könnte Lauth jetzt endgültig zum Joker machen.

 

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