TSV 1860 „Und wann spielt Messi in Giesing?“

Wann spielt Messi in Giesing? Foto: sampics/Stefan Matzke

Weltmarke 1860, Vorbild Bayern – und Barca im Visier. Retter Ismaik träumt – manch einer wundert sich.

 

München - Es waren Sätze, die Löwen-Fans so geballt noch nie gehört hatten: Der FC Bayern solle nicht Rivale, sondern Vorbild sein, der TSV 1860 müsse eine Weltmarke werden und – man wird ja noch träumen dürfen – in zehn Jahren auf dem Niveau des FC Barcelona spielen.

Hasan Ismaik hat für Erstaunen gesorgt bei seiner Präsentation als Löwenretter. Der jordanische Investor, ohne dessen Millionen der TSV 1860 längst Insolvenz hätte anmelden müssen, verbreitete bei der offiziellen Vorstellung als Anteilseigner in der Allianz Arena eine Stimmung, wie man sie seit Jahren nicht mehr erlebt hat bei den Löwen: von ungläubigem Staunen über (endlich mal) angemessene Zuversicht bis zur schieren Euphorie – aber natürlich gab es auch Verwunderung bei den Zuhören in der Eventbox 3 und in den Internetforen gibt es nicht wenige Löwen-Fans, die den Vergleich mit Bayern und Barcelona skeptisch sehen.

Am Abend war es ihm wohl selbst schon etwas peinlich. „Zumindest die Aussage mit Barcelona hat er bedauert“, berichtet 1860-Präsident Dieter Schneider der AZ. Bei einem Abendessen mit Präsidium und Geschäftsführung, sportlicher Leitung und Aufsichtsrat habe auch Ismaik selbst gestaunt: „Er wollte gar nicht so euphorisch rüberkommen.“ So hat sich also auch der Retter selbst anstecken lassen von der Euphorie, die an der Grünwalder Straße herrscht. Kaum dass sie schuldenfrei sind und die Zukunft gesichert ist, darf wieder geträumt werden bei 1860.

Doch Ängste bleiben: Was, wenn der 34-jährige Araber, der sein Geld im Immobiliengeschäft verdient, einmal die Lust an seinem Spielzeug verlieren sollte? Oder wenn er doch nach der ganzen Macht greift? Die AZ hat sich umgehört und Reaktionen gesammelt auf Hasan Ismaiks ersten Auftritt: bei Funktionären, Fans und im Umfeld der Löwen.

 

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