TSV 1860 Trainingslager: Tiroler Löwen-Erkenntnisse

Gewinner und Verlierer des Löwen-Trainingslagers (v.l.) Torwart Vitus Eicher, Daylon Claasen, Torwart Stefan Ortega und Ilie Sanchez. Foto: sampics/Augenklick

Im Trainingslager in Bad Häring experimentiert 1860-Trainer Fröhling mit dem Personal. Die AZ erklärt, welcher Löwe sich nach eineinhalb Wochen als Gewinner sehen kann – und wer als Verlierer.

 

München - Zum Abschluss des Tiroler Trainingslagers setzte es beim 1:3 im Härtetest gegen Werder Bremen am Mittwoch die erste Test-Pleite für die Löwen. Zuvor hatten sie in Bad Häring geschuftet, um nicht nochmal so eine Horror-Saison zu erleben wie zuletzt. Dabei gab’s für Trainer Torsten Fröhling einige interessante Erkenntnisse. Die AZ zeigt, wer als Gewinner und wer als Verlierer hervorgegangen ist.

Die Gewinner

Daylon Claasen: „Er ist die Entdeckung des Trainingslagers“, sagte Fröhling, der den bisher enttäuschenden Offensiv-Mann als Rechtsverteidiger testete. Mit Erfolg: „Er ist aggressiver geworden, hat eine zweite Luft bekommen.“ Claasen bereitete beim 2:1-Sieg gegen FK Ufa Rubin Okoties Ausgleich vor, war auch gegen Bremen einer der besseren Löwen. Gute Argumente für den 25-Jährigen, beim Saisonauftakt am 26. Juli in Heidenheim auflaufen zu dürfen. Auch, wenn der eigentlich eingeplante Rechtsverteidiger kommt.

Milos Degenek: Der 21-Jährige kam als Testspieler. Devise: einfach mal mitkicken lassen. Der Innenverteidiger agierte derart souverän, dass er nicht nur fest verpflichtet, sondern auch zur ernsthaften Option für die erste Elf wurde. „Keiner konnte damit rechnen, dass er so einschlägt“, sagte Fröhling, der unter den Innenverteidigern Chris Schindler (als Kapitän gesetzt), Kai Bülow, Degenek und dem noch unfitten Neuzugang Rodnei die Qual der Abwehrspieler-Wahl hat.

Stefan Ortega: Der Ex-Bielefelder musste bei Fröhlings Amtsantritt seinen Stammplatz an Vitus Eicher abgeben. Fröhling erklärte kürzlich, dass er einen neuen Zweikampf ausgerufen habe: „Ich habe beiden gesagt: ‘Die Saison geht wieder bei Null los.’“ Gegen Bremen durfte Ortega 90 Minuten ran, weil er per Losentscheid gegen Eicher gewonnen hatte. Prompt entschärfte er einige gefährliche Aktionen im Herauslaufen. Fröhling: „Er hat gut mitgespielt, Anweisungen gegeben. Es war alles in Ordnung.“

Die Verlierer

Vitus Eicher: Der bisherige Fröhling-Stammkeeper wird künftig mit der Nummer Eins auflaufen. Das heißt aber nicht, dass er im Tor bleiben wird. Eicher hat nicht nur das Losen verloren, sondern auch den Stammplatz. Weil die Löwen zwei in etwa gleich starke Keeper haben, ist Fröhlings neue Chance für Ortega aus pädagogischer Sicht nachvollziehbar, um den Konkurrenzkampf zu fördern. Ihr Standing in der Mannschaft haben Ortega und Eicher durch ihre Wahl in den Mannschaftsrat unterstrichen. Aber: Für Eicher, der als Stammkeeper einen soliden Eindruck erweckte, hat sich der Druck erhöht.

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Jannik Bandowski: Der BVB-Leihspieler klagte schon vor dem Trainingslager über Schmerzen im Sprunggelenk, die sich dort weiter verstärkten. Diagnose: Ermüdungsbruch in der Fußwurzel. Am Freitag wird er operiert, fällt mehrere Wochen aus. „Das ist jammerschade für Jannik“, meinte Linksverteidiger Maxi Wittek, „wir sind ja Zimmerkollegen und verstehen uns menschlich sehr gut, obwohl wir direkte Konkurrenten sind.“ Somit profitiert Wittek wider Willen vom Ausfall des Kumpels, der sich jetzt durch die Reha quälen muss.

Rodri und Sanchez: Das verbannte spanische Duo durfte nicht mit nach Bad Häring reisen. Edu Bedia ist schon nach Oviedo geflohen, seine Landsmänner sollen ebenfalls gehen. Ein Comeback werde es für die suspendierten Spieler kaum geben: „Es bleibt dabei“, sagte Fröhling nur. Die Fronten sind also geklärt, Rodri und Sanchez nicht mehr gewollt.   

 

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