TSV-1860-Trainer Gegen RB Leipzig: Fröhlings Endspiel?

Unsichere Zukunft: 1860-Coach Torsten Fröhling. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Der 1860-Trainer steht vor dem Aus – nur ein Sieg gegen Leipzig könnte ihn noch retten. „Das beschäftigt mich nicht“, beteuert er

 

München - Der Trainerstuhl beim TSV 1860 wackelt mal wieder gewaltig. Nach dem schlechtesten Saisonstart mit nur vier Punkte aus acht Spielen muss Torsten Fröhling mehr denn je um seinen Job bangen. Der 49-Jährige gab sich bei der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen RB Leipzig (Sonntag, 13.30 Uhr) zwar redlich Mühe, den Eindruck von Normalität zu verbreiten – doch angesichts der erdrückenden Faktenlage war das ein wenig aussichtsreiches Unterfangen.

„Das beschäftigt mich nicht. Ich habe sowieso keinen Einfluss, wer sich mit wem trifft“, beteuerte Fröhling mit leiser Stimme, nachdem das Treffen von Geschäftsführer Noor Basha mit Trainer-Kandidaten Peter Neururer publik geworden war. Die Verantwortlichen verhandeln im Hintergrund schon mit anderen Trainer-Lösungen – ein klarer Affront gegenüber Fröhling –, doch der verkneift sich weiter jede öffentliche Kritik: „Ich habe mich gestern mit Noor Basha (1860-Geschäftsführer, d. Red.) unterhalten. Wir sind im regen Austausch. Es war ein vernünftiges Gespräch“, erklärte Fröhling zurückhaltend und beschwichtigend.

Die Verpflichtung, im neunten Saisonspiel endlich mal zu gewinnen, war anscheinend kein Thema des Gesprächs. „Es gibt kein Ultimatum“, stellte Fröhling klar. So richtig sicher sollte er sich dabei aber nicht fühlen – denn dafür kennt er die die Gesetzte des Fußballs zu gut. „Das ist der Lauf der Dinge. Der Verantwortliche ist letztendlich der Trainer.“ Und der braucht Punkte. So schnell wie möglich. Ausgerechnet jetzt kommt der hochambitionierte Aufstiegsaspirant aus Leipzig nach München, vor denen Fröhling eine Menge Respekt zeigt: „Das ist höheres Bundesliganiveau. Gerade von den Tempoläufen her. Eine sehr gute Truppe, die sich nicht schont.“

Nach acht sieglosen Ligaspielen setzt der Trainer auf den Hoffenheim-Effekt. Im DFB-Pokal hatte sein Team in der Außenseiterrolle nichts zu verlieren und spielte befreit auf. Am Ende gewann 1860 mit 2:0 und schaffte völig überraschend die Pokal-Sensation. Eine Erfahrung, die es zu wiederholen gilt: „Leipzig ist ein geiler Gegner, eine geile Herausforderung wie Hoffenheim. Eine große Herausforderung für die Jungs, die sich auf höchstem Niveau messen und nur gewinnen können“, so Fröhling.
Mit den positiven Erinnerungen will der Trainer die überfällige Trendwende einleiten. Krisenerprobt ist Fröhling zumindest. „Ich stehe immer unter Druck. Das war schon bei meinem ersten Spiel gegen St. Pauli schon so.“ Die dramatische Rettung letztes Jahr gegen Holstein Kiel in letzter Sekunde verschaffte dem Trainer ganze acht ruhige Spieltage.

Pünktlich zur Wiesn-Zeit tobt wieder die unangenehme Trainer-Frage. Das gehört beim Löwen auch zum Lauf der Dinge. Der letzte Trainer, der die Wiesn als Cheftrainer heil überdauerte, war Reiner Maurer. Sowohl Alexander Schmidt als auch Ricardo Moniz überstanden die Zeit zwischen Ligastart und Wiesn nicht. Doch an den offiziellen Mannschaftsbesuch will Fröhling momentan nicht denken. Am Freitagnachmittag brach er mit seinem Trainerstab nach Nürnberg auf, um sich dort am Abend die Partie der Franken gegen Aufsteiger Bielefeld anzusehen. Die Arminia ist am kommenden Freitag der nächste Gegner. Auch für Fröhling?    

 

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