TSV 1860 tief im Abstiegskampf Ansage von Bülow: "Brauchen über 40 Punkte"

Kai Bülow schoss gegen Sandhausen das 1:0. Die Tore könnten nochmal wichtig werden. Foto: dpa

Und jährlich grüßt der Abstiegskampf. Spätestens nach dem Remis gegen den SV Sandhausen geht in Giesing die Angst vor der 3. Liga um. Torschütze Kai Bülow gibt in der schwierigen Lage einen Rat und macht eine beherzte Kampfansage.

München - Das 1:1 gegen den SV Sandhausen am Ostersonntag passte so gar nicht in den Saison-Fahrplan des TSV 1860. Es ist eines von vielen Spielen, auf die diese Einschätzung zutrifft. Am 29. Spieltag der 2. Liga kam jedoch noch dazu, dass der FC St. Pauli sein Heimspiel gegen die Würzburger Kickers 1:0 gewann. Das Resultat ist ein hoch dramatischer und spannender Abstiegskampf im Unterhaus - die Löwen mittendrin.

Verschärfter Abstiegskampf in 2. Liga

Zwischen dem Tabellen-12. Sechzig und dem 17. Arminia Bielefeld liegen vor der abschließenden Partie des Spieltags der Ostwestfalen gegen Aufstiegsanwärter VfB Stuttgart gerade mal fünf Punkte. Spektakulär: Gleich vier Teams, Würzburg, St. Pauli, der 1. FC Kaiserslautern und Erzgebirge Aue, aktuell auf Relegationsrang 16, weisen 32 Punkte auf. Als nun Löwen-Routinier Kai Bülow, der Torschütze gegen die Kurpfälzer, über den verschärften Abstiegskampf reden sollte, holte der 30-Jährige nach dem Unentschieden gegen Sandhausen in den Katakomben der Arena zu einer Soft-Wutrede aus. 

"Es ist sehr eng für alle Mannschaften da unten. Wir sind aber gut beraten, dass wir auf uns schauen und die Nerven bewahren. Wir sehen ja eine Entwicklung in unserem Spiel, wir werden ja von Spiel zu Spiel eigentlich besser. Wir hatten heute viele Chancen, die wir in Tore ummünzen müssen", sagte Bülow anfangs noch moderat. "Wenn wir da weitermachen, werden wir irgendwann belohnt."

Kai Bülow wird dünnhäutiger

Als die Frage fiel, ob das Löwen-Team denn nun auf Abstiegskampf gepolt sei, wurde der gebürtige Rostocker dünnhäutiger - und in seiner Wortwahl deutlicher. "Wir waren nie raus aus dem Abstiegskampf. Wir brauchen mehr als 40 Punkte dieses Jahr. Die wollen wir schnellstmöglich holen", sagte er. "Wir müssen mehr als 40 Punkte holen, das ist die Marke, um nicht abzusteigen.“ Bemerkenswert: Noch fünf Spieltage sind zu gehen, ergo in der Spitze 15 Punkte drin.

Sieben Punkte beträgt der Rückstand auf besagte Marke 40. Markant: Für die auswärtsschwachen, aber heimstarken Sechzger stehen noch drei Auswärtsspiele und nur noch zwei Heimspiele an. Bereits am Freitag geht es in einem ersten Showdown zum 1. FCK auf den Betzenberg (18.30 Uhr, im AZ-Liveticker). Keine besonders günstigen Aussichten.

Einst Siegtorschütze in der Relegation 

"Wir können das jetzt so drehen, dass wir das nicht schaffen. Was soll ich sagen? Dass wir froh sind, wenn wir noch vier Punkte holen, weil wir noch drei Heimspiele haben, ja vielleicht noch ein, zwei Punkte auswärts dazu...Nein, wir wollen in jedem Spiel zeigen, dass wir die bessere Mannschaft sind und dann als Sieger vom Platz gehen", motzte Bülow energisch. Der Abwehrspieler ließ eine weitere Kampfansage folgen: "Ich werde mich sicher nicht hinstellen und sagen: Wir wollen 35 Punkte holen und hoffen, dass es mit Ach und Krach reicht. Was soll das?"

Bleibt zu hoffen, dass seine Worte bei den Kollegen angekommen sind. Schon einmal musste er sie retten: Als er am 2. Juni 2015 in letzter Sekunde in der Relegation gegen Holstein Kiel das 2:1 schoss.

 

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