TSV 1860 Neuzugang Benjamin: "Grüß Gott, habe die Ehre"

Collin Benjamin an der Löwen-Geschäftsstelle. Foto: Reinhard Franke

Collin Benjamin macht beim 1860-Einstand Späße – und Sportkoordinator Florian Hinterberger denkt an weitere Transfers

 

München -  Am Montag hatte Collin Benjamin seinen ersten Arbeitstag an der Grünwalder Straße. Morgens holte ihn Benny Lauth am Hotel Wetterstein ab – nur ein paar hundert Meter vom Trainingsgelände entfernt. Beide lachten. Lauth und Benjamin haben von 2004 bis 2007 zusammen beim Hamburger SV gespielt. Jetzt also für 1860.

Vor dem Training unterschrieb Benjamin seinen Jahresvertrag (plus Option auf eine weitere Saison), dann ging es mit den neuen Kollegen auf den Rasen. Danach wollten sich auch die Beobachter den Neuen genau anschauen. Einer erlaubte sich einen Spaß mit Benjamin und wollte ihm die Wasserflasche durch den Zaun klauen. Der drehte sich um und meinte in fast akzentfreiem Bayrisch: „Grüß Gott, habe die Ehre.”

Einen besseren Einstand hätte er nicht liefern können. „Das erste Training hat Spaß gemacht”, sagte der Neu-Löwe. Frau Winnie, Tochter Zunaid und Sohn Zurique werden aber erstmal in Hamburg bleiben. „Es ist alles so schnell gegangen. Wir sind noch zu keiner Entscheidung gekommen.” Nach zehn Jahren beim HSV war der erste Moment in der Kabine für den 32-Jährigen ungewohnt: „Früher war ich immer derjenige, der in der Kabine saß, wenn ein Neuer kam, jetzt saßen die anderen”, sagt Benjamin. Und er ist froh, wieder auf dem Rasen zu stehen. „Ich habe nur einen Tag gebraucht, um die Entscheidung zu treffen. Meine Frau sagte: ,Mach das doch.’ Warum sollte ich pokern? Ich bin froh, ein Löwe zu sein.”

Und Benjamin, der im defensiven Mittelfeld eingeplant ist, hatte auch noch einen lustigen Vergleich parat: „Wenn meine Frau im Garten Tomaten-Samen pflanzt, und in drei, vier Wochen wächst da etwas, dann freut sie sich.” Auch Sportkoordinator Florian Hinterberger freut sich: „Es ging schnell, normal zieht sich so ein Transfer, den kriegst du nicht so leicht.”

Eigentlich sind mit der Verpflichtung von Benjamin die Personalplanungen abgeschlossen. Doch Trainer Reiner Maurer wünscht sich noch einen Mittelfeldspieler. Hinterberger zur AZ: „Ich denke wir sind gut aufgestellt. Vielleicht machen wir noch etwas. Aber wir müssen den Rahmen einhalten, sonst sind wir da, wo wir schon mal waren. Wir haben noch Zeit bis Ende August, um nachzulegen.” Das sieht Maurer genauso: „Es müsste mehr als einer gehen, damit wir noch etwas machen.” Maurer ist freilich froh, dass Benjamin da ist: „ Collin kann in unserem kleinen Kader viele Positionen abdecken.” Und: „Wir haben einen guten Teamgeist und da passt Collin mit seiner positiven Art gut rein.” 

 

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