TSV 1860 München Stinkefinger-Affäre um Union-Coach Norbert Düwel

Mittelfinger gegen die eigenen Fans! Nach der Niederlage 1860 zeigte Union Coach Norbert Düwel die unangebrachte Geste. Foto: AZ-Montage, dpa

Nach der Niederlage gegen 1860 München hat Union-Trainer Norbert Düwel hat mit einer beleidigenden Geste gegen die eigenen Fans weiteren Kredit verspielt. Auch sportlich war die Heimniederlage gegen 1860 München ein herber Rückschlag.

 

Berlin - Bei Union Berlin liegen die Nerven blank. Während die Sechziger ihren 4:1-Erfolg gegen Union feierten, verlor der sonst so besonnene Coach der Eisernen, Norbert Düwel, für einen kurzen Moment die Beherrschung. Der umstrittene Trainer des kriselnden Fußball-Zweitligisten zeigte einigen Fans auf der Haupttribüne den Mittelfinger und schwächte mit dieser Geste seine Position zusätzlich.

Düwel erklärte seine Reaktion hinterher mit einer "persönlichen Beleidigung, die weit unter die Gürtellinie ging". Dass sein Verhalten ungeachtet dessen ein Fehler war, sah der 46-Jährige bereits nach wenigen Minuten ein: "Das ist aus der Emotion heraus geschehen und sollte eigentlich nicht passieren."

Die Klub-Verantwortlichen um Präsident Dirk Zingler wollten sich zunächst nicht zu dem Vorfall äußern. Ihnen dürfte aber bewusst sein, dass es kein gutes Zeichen ist, wenn ausgerechnet der Trainer in der Krise die Nerven verliert. Nur 14 Punkte aus 14 Spielen ist die magere Ausbeute des Nachfolgers von Uwe Neuhaus, der aufgrund seiner Unerfahrenheit von Beginn an kritisch beäugt wird.

Nach dem leichten Aufwärtstrend der vergangenen Wochen war das 1:4 gegen München vor 19.026 Zuschauern im Stadion an der Alten Försterei wieder ein sportliches Armutszeugnis. Vor allem in den ersten 50 Minuten spielte Union wie ein Absteiger, die "Düwel raus"-Rufe waren nach dem zwischenzeitlichen 0:4 durch Valdet Rama (49.) nicht mehr zu überhören.

Verteidiger Michael Parensen bezeichnete die Leistung seines Teams in der ersten Halbzeit gar als "Witz". Stürmer Sebastian Polter, der die Niederlage mit seinem Ehrentreffer zum 1:4 (51.) ein wenig erträglicher machte, zeigte sich ebenfalls selbstkritisch: "Wir können uns als Mannschaft nur entschuldigen bei den Fans, die wieder so zahlreich in die Alte Försterei gekommen sind und viel Geld bezahlt haben."

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Auch Düwel wollte die sechste Saisonniederlage nicht schönreden. "Was wir an individuellen Fehlern abgeliefert haben war haarsträubend", sagte der Trainer: "Das war heute keine gute Vorstellung, darüber helfen auch die letzten 35 Minuten nicht hinweg." Im Ost-Derby am kommenden Freitag gegen Erzgebirge Aue steht Düwel wieder einmal unter Druck.

Bei den Münchnern herrschte dagegen Freude pur. Die Löwen kletterten in der Tabelle an Union vorbei und feierten Matchwinner Rubin Okotie. Der Stürmer schloss mit seinen Saisontreffern neun und zehn (39. und 46.) in der Torjägerliste zum führenden Bochumer Simon Terodde auf.

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Schon beim 1:0-Sieg am vergangenen Wochenende in der EM-Qualifikation gegen Russland hatte der österreichische Nationalspieler getroffen und danach seine Freundin Vanessa geheiratet. Okotie freute sich über "eine wunderschöne Woche."

 

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