TSV 1860 München Poschner: "Haben den Fußball der Zweiten Liga angenommen"

Gerhard Poschner Foto: imago

Drei Erkenntnisse, die hoffen lassen: Der TSV 1860 hat in Bochum den ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht. Poschner lobt: „Wir haben den Fußball der Zweiten Liga bedingungslos angenommen."

 

München - Als sich Moritz Volz im November letzten Jahres für einen guten Zweck einen Schnurrbart stehen ließ, gewann der TSV 1860 vier Spiele in Folge. Auch dieses Jahr lässt sich der Verteidiger wieder einen Respektbalken stehen. Ob es den Löwen erneut hilft?

Der Anfang ist auf jeden Fall gemacht. Das 3:0 in Bochum war ein erster Schritt zur Besserung. Wenngleich nicht mehr. Drei Erkenntnisse nahm Trainer Markus von Ahlen aus diesem Erfolgserlebnis mit.

Erstens: Den Kampf angenommen. „Wir haben unheimliche mentale Stärke gezeigt“, lobte der Coach. Gegen einen angeschlagenen Gegner hatten die Löwen zu Beginn zwar Glück. Doch dann wendete sich das Blatt. Weil Sechzig stabil und geduldig blieb und gewillt war, das Spiel unbedingt zu gewinnen.

„Ich habe mich sehr gefreut, dass die Mannschaft es geschafft hat, die Ergebnisse der letzten Wochen auszublenden“, lobte Sportchef Gerhard Poschner im Gespräch mit der AZ. „Sie hat den Fußball der Zweiten Liga bedingungslos angenommen und trotzdem versucht, ihre spielerische Qualität einzubringen.“

Die Statistiken bestätigen das: Die Löwen liefen mehr als Bochum, gewannen mehr Zweikämpfe, schossen häufiger aufs Tor und erarbeiteten sich mehr Standards in unmittelbarer Nähe des gegnerischen Tores. Am Ende stand ein verdienter Sieg, erzwungen durch den absoluten Willen, einen verunsicherten Gegner in die Knie zu zwingen.

Zweitens: Kompromisslos in der Defensive. Dabei bot die Abwehr eine stabile Leistung und spielte erstmals seit dem Sieg gegen Fürth wieder zu Null. „Defensiv war das die beste und kompakteste Leistung bislang“, lobte von Ahlen. Einzelne Spieler wollte er zwar nicht herausstellen, doch die Hereinnahme von Guillermo Vallori stellte sich als die richtige Maßnahme heraus. Er riss mit seiner kompromisslosen Art die Mitspieler mit. Keiner war sich zu schade, den Ball auch mal einfach nur aus der Gefahrenzone zu prügeln.

Von Ahlen nannte die gute Leistung der Defensive eine „Frage der Automatismen“. Tatsächlich wirkte die Löwen-Abwehr erstmals eingespielt. Die Viererkette ließ nach nervösem Beginn kaum mehr was zu. Ilie Sanchez und Ju Weigl stellten davor viele Räume mit hoher Laufbereitschaft zu. Und auch die Außenverteidiger, in den letzten Spielen noch Schwachpunkt der Sechzger, ließen nichts zu. „Ich hoffe, dass uns das Überzeugung für die nächsten Spiele verleiht“, sagte von Ahlen.

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Drittens: Forsche Jugend forscht. Einen wichtigen Beitrag zur defensiven Stabilität trug Maxi Wittek bei. Der 19-jährige Linksverteidiger war nicht nur Leistungsträger, sondern auch eines von vier Eigengewächsen, die am Sonntag in der Startformation standen.

Erfolg durch die Löwen-Jugend: „Wir sind unserem Weg gefolgt, junge Spieler einzubauen“, betonte von Ahlen. Wittek (von Ahlen: „ein frecher aggressiver Spieler“) und Marius Wolf („zielstrebig und robust“) machten ihre Sache ebenso gut wie Ju Weigl und Chris Schindler. Sollten sie das Vertrauen weiter bekommen und bestätigen, hätten die Löwen nicht nur vier Leistungsträger, sondern vier Identifikationsfiguren, die auch den Fans viel Freude bereiten würden.

Damit es so weit kommt, muss der TSV 1860 die gezeigte Leistung gegen Fortuna Düsseldorf am kommenden Montag bestätigen. Bislang konnte Sechzig in dieser Saison noch keine zwei Siege in Folge verbuchen. Vielleicht musste sich ja erst Moritz Volz wieder einen Schnurrbart stehen lassen, damit es mit dem goldenen November klappt.

 

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