TSV 1860 München Pokalfight gegen Würzburg: Erst Aua, dann Aue

, aktualisiert am 27.10.2016 - 10:26 Uhr
Es war ein harter Kampf in Würzburg, aber die Löwen haben seit Jahren mal wieder zu Null gewonnen. Foto: dpa

Die Löwen beklagen nach dem Pokal-Fight gegen Würzburg einige Wehwehchen. "Die Spieler müssen das wegstecken", sagt Runjaic, dem der Erfolg etwas Luft verschafft. "Der Sieg war wichtig für den Trainer".

 

Würzburg - Kleine Augen. Schmerzende Glieder. Und trotzdem glücklich. Die Profis des TSV 1860 quälten sich gestern Vormittag nach dem irren Pokalfight in Würzburg auf den Platz. „Heute sind alle müde“, sagte Trainer Kosta Runjaic nach dem 4:3-Sieg bei den Kickers, der erst im Elfmeterschießen erzielt worden war – und seine Löwen ins Achtelfinale des DFB-Pokals hievte.

Erst gegen halb zwei Uhr nachts war der 1860-Tross in München zurück. Und tags darauf um 11 Uhr schon wieder aktiv. Aber, so der Coach: „Die Spieler müssen das wegstecken. Zwangsweise. Körperlich müssen wir nach dem Abnutzungskampf sehen, wer welche Wehwehchen hat. Aber vom Geist her stehen wir schon wieder unter Spannung.“ Runjaic weiß: Am Freitag gegen Erzgebirge Aue (18.30 Uhr/Sky) muss seine Mannschaft den unbändigen Willen auch in der Liga rüberbringen.

„Es war ein ganz wichtiger Sieg für alle – für den Verein, die Fans, die Mannschaft und auch für den Trainer“, sagte Runjaic. Der weiterhin umstrittene Coach weiß aber auch: Nach vier Liga-Pleiten in Folge zählen beim Tabellen-16. auch im Tagesgeschäft nur die Ergebnisse. Zwei Tage vor dem nächsten Duell zeichnen sich auf der Stirn von Runjaic wie auch bei Sportchef Thomas Eichin allerdings Sorgenfalten ab. Wegen eines 120 Minuten währenden, kräfteraubenden und „brutalen Pokalfights“, wie es der mitgereiste Oberlöwe Peter Cassalette formulierte. Weitere Ausfälle? Programmiert.

Andrade und Karger verletzt

Nico Karger (zwei Pferdeküsse auf den Oberschenkeln) ist am Freitag fraglich. Eichin wusste aber: „Wenn du das nach 120 Minuten und Elfmeterschießen verlierst, tut alles weh. Wenn Du siegst, kriegst Du es schon kompensiert“, sagte der Sportchef und Geschäftsführer in Personalunion und fand: „Erstmal war wichtig, dass wir mal wiederein Spiel gewonnen haben.“

Andrade konnte laut Runjaic auch am Mittwoch nicht richtig auftreten. Am Donnerstag folgte die Schock-Diagnose: Kreuzbandriss, sechs Monate Pause.

Wie Runjaic gegen die Erzgebirgler aus Aue auch ohne den gelbgesperrten Linksverteidiger Maximilian Wittek ebenfalls drei Zähler einfahren will? „Wir können im Team ja eine Umfrage starten, wer sich bereit erklärt, dort aufzulaufen“, sagte der Trainer mit einer Prise Galgenhumor, denn: „Das ist undankbar. Wir haben in der Gesamtsumme momentan wegen den ganzen Ausfällen keine Startelf. Aber wir werden es angehen wie zuletzt auch.“ Mit großem Kampf, meint Runjaic wohl, denn spielerisch war der Auftritt gegen Würzburg erneut ausbaufähig.

Seit acht Jahren wieder zu Null

Immerhin: Die Löwen haben erstmals seit acht (!) Spielen wieder zu Null gespielt. Selbstvertrauen gab es daher neben Torwart Jan Zimmermann („Elfmeterschießen ist für Torhüter immer besonders. Wenn die Sache so ausgeht, macht es doppelt Spaß“) für einen verteidigenden Junglöwen: Felix Uduokhai. Der ist kürzlich 19 Jahre alt geworden und agierte bei seinem Startelfdebüt routinierter als alle anderen bisher eingesetzten Innenverteidiger zusammen (Mauersberger, Degenek, Bülow, Rodnei).

„Eine beachtliche Leistung“, lobte sein Trainer, „er hat trotz seiner frühen Gelben Karte die Zweikämpfe mutig angenommen, taktisch gut agiert und bei seinem Elfmeter Verantwortung übernommen.“ Das Strafstoß-Roulette hätte Runjaic übrigens wegen eines dringenden menschlichen Bedürfnisses fast verpasst: „Nach gefühlten acht Litern Wasser musste ich dringend pinkeln.“ Co-Trainer Tuncay Nadaroglu hatte die Einteilung der Schützen übernommen.

Nun müssen die Löwen allerdings zusehen, dass die Partie am Freitag gegen Erzgebirge Aue nicht in die Hose geht.

 

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