TSV 1860 München Neu-Löwe vor Debüt: Görlitz und die Geduld

Ein Einsatz von Michael Görlitz wäre in der kommenden Woche gegen den FC Unterföhring denkbar. Foto: sampics/Augenklick

Der Neuzugang steht vor seinem Debüt bei den Löwen, doch noch bremsen die Ärzte. "Wenn es nach meinem Ehrgeiz ginge, dann wäre ich dabei", meint er – und sagt über den Fußball: "Ein Drecksgeschäft."

 

München - Darf er – oder darf er nicht? Wird er im Kader stehen – oder muss er sich weiter gedulden? Diese Fragen sind es, die sich die Löwen-Welt momentan über Winter-Neuzugang Michael Görlitz stellt, und wann er endlich sein Debüt für den TSV 1860 feiern kann.

Trainer Daniel Bierofka hatte vor der Regionalliga-Partie gegen den TSV Buchbach (2:1) durchblicken lassen, dass der einzige Winter-Neulöwe durchaus eine Option für den Kader sei. Nominiert hatte er ihn anschließend nicht, weshalb Görlitz den Last-Minute-Sieg von der Stehhalle aus beobachtete. Am Donnerstag erklärte Bierofka wiederum, dass es für die darauffolgende Partie gegen den SV Seligenporten am Freitagabend wohl noch nicht reiche.

Michael Görlitz ist bereit für seinen Einsatz

"Er ist jetzt etwa bei 70 Prozent. Das hilft ihm nichts und uns nichts. Wir brauchen ihn mindestens bei 80, 90 Prozent", so der Coach. Dass Görlitz Sechzig weiterhelfen werde, sei "so sicher wie das Amen in der Kirche". Und was sagt das Geburtstagskind vom Donnerstag (Görlitz wurde 31) selbst? Dass er nur zu gerne schon auf dem Platz stehen würde. "Ich bin seit dreieinhalb Wochen voll im Mannschaftstraining, die Spritzigkeit kommt immer mehr und die Achillessehne hat bisher – toi, toi, toi – keine Reaktion gezeigt", so Görlitz im Interview mit der Mittelbayerischen: "Wenn es also nach meinem Ehrgeiz – und auch dem des Trainers – ginge, dann wäre ich dabei." Görlitz, der Eigentlich-schon-längst-Debütant.

Wäre da nicht die medizinische Abteilung der Löwen, die für Vernunft und Vorsicht plädierte: "In Absprache mit den Ärzten und Physiotherapeuten kommt dieses Spiel für mich aber wohl noch zu früh", erklärte Görlitz über die Partie gegen Seligenporten. In anderen Worten: Görlitz benötigt noch ein bisschen, wovon er seit seinem Achillessehnenriss im Sommer schon so viel bewiesen hat – Geduld.

Steht Görlitz in der kommenden Woche schon im Kader?

Wie lange noch? "Zum Glück bin ich auch fast in Rekordzeit für einen Achillessehnenriss fit geworden", so Görlitz über die zurückliegenden fünf Monate: "Ich hoffe, dass ich nächste Woche spielen kann." Würde heißen: am Mittwoch gegen Regionalliga-Schlusslicht FC Unterföhring. Görlitz, der Bald-Debütant!

Der gebürtige Nürnberger äußerte sich im Interview auch über seine lange Leidenszeit, und zwar mit ungewohnt deutlichen Worten über seinen Beruf: "Ich habe wieder gemerkt, dass das Fußballgeschäft ein Drecksgeschäft ist und alles sehr schnell gehen kann", so Görlitz über seine lange Zwangspause, die ihn enorm zurückgeworfen hatte: "Als Fußballer ist man ja leider schon alt, wenn man um die 30 Jahre ist. Deshalb bin ich froh, dass mir eine so schwere Verletzung erst relativ spät in meiner Karriere widerfahren ist." Positiver Nebenaspekt an der eigenen sportlichen Misere: Der Ex-Bielefelder habe viel Zeit mit seiner Frau und seiner Tochter verbringen können.

Nun ist aber Schluss mit der fußballfreien Zeit. Davon konnten sich Bierofka und Co. bereits in den letzten Trainings und im Trainingslager im Februar in Oliva Nova überzeugen. Es dürfte somit nur noch ein letztes Quäntchen Geduld vonnöten sein, bevor Görlitz seine Qualitäten bei den Giesingern auf den Platz bringen kann – und soll. Für das eine Ziel: den Aufstieg. "Das muss unser Ziel sein", sagt Görlitz, wobei er weiß: "In Relegationsspielen braucht man immer auch etwas Glück." Ein fitter Neulöwe an Bord würde gewiss auch nicht schaden.

 

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